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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 89

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 89 (sequence 111)
Language
German
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IRI
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89 vor Gott! Aber wie können wir uns den Kranz der Frömmigkeit verdienen, gewinnen, meine Freunde? wie können wir fromm sein vor den Menschen und vor Gott? Fromm sein vor den Menschen, meine Theuern, durch gute und herrliche Werke, fromm vor Gott durch das Gebet. Durch das Gebet, geliebte Gemeinde, erringen wir uns den Kranz der Frömmigkeit. O, das Gebet, dies ist die Pforte zum Frieden, dies das Thor zur Gerechtigkeit, dies der Eingang zur Liebe, dies der Pfad zur Tugend! Zwar nicht der Friede selbst, nicht die Gerechtigkeit selbst, nicht die Liebe, nicht die Tugend selbst, aber die Pforte, das Thor, der Eingang hiezu — die Frommen gehen da hinein! Das Gebet ist die heilige Jakobsleiter, die uns erhebt von Stufe zu Stufe bis zu dem Throne dessen, der die Wahrheit ist. Das Gebet ist die sechs Flügel der Seraphim, zwei bedecken unser Antlitz gegen das Feuer des Lasters, zwei unsre Füße gegen das Straucheln der Sünde, und mit den zwei letzten fliegt unsre Seele empor, und benedeit die Heiligkeit des Ewigen Zebaoth. Ja, das Gebet löset die Fesseln, die uns fest halten am Irdischen, und ein frommes Wort aus meinem Munde, ein frommes Gefühl in meinem Herzen, und ein frommer Gedanke in meinem Verstände — ja dann kommet heran, ihr irdischen Mächte alle, dann komm' selbst du, Schicksal, vom Herrn gesendet, mich zu prüfen und zu stählen — nimmer werdet ihr über mich triumphireu, die Angst bleibt mir fern, die Verzweiflung ergreift mich nicht, ich bin getrost, und harre meines Gottes! Meine Freunde, so wunderbare Macht hat Alles, was an Gott reichet, was Gottes ist, so hat Er unsre Gemüther in seiner Hand, daß ein ernster Gedanke an ihn, ein Laut an ihn gerichtet, schon so Herrliches vollbringt, und aus dem schwachen Menschen einen unbezwungnen Helden macht. Und da es nun in der Gewalt Jedes steht, zu beten: so wollen wir uns eifrig darum bemühen, zu erforschen, wie wir beten müssen, damit unser Gebet jene Kraft, jene göttliche Weihe

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