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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 83

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 83 (sequence 105)
Language
German
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IRI
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83 nicht erkannt, und darum willst du ihn nicht einmal kennen. Aber wer sich von der Erkenntniß Gottes hat durchdringen lassen, wie soll in dem ein finstrer Zweifel aufsteigen können? Die Sterne, die dort droben kreisen, er weiß es, sie sind Welten seines Gottes; die Natur, die uns umgibt, er weiß es, sie ist ein ewiger Kreislauf des Lebens, ausgegossen von seinem Gotte; in jeder Blume, die aus dem Boden sprießet, in jedem Vogel, der in die Lüfte sich hebt, lebt ihm eine Verwandtschaft seines Lebens und eine Offenbarung seines Gottes. Und springen auch vor ihm plötzlich die Thore des Schattenreiches auf: er gehet hinein ohne Zagen, aber mit dem beseligenden Gedanken: du kommst zu deinem Herrn! und dieser Herr bringt dich zur Ruhe! Weil also, andächtige Zuhörer, die Erkenntniß Gottes solches wirkt, ist sie die Bestimmung, die Aufgabe des Menschen. Welchen andern Werth, meine Freunde, hätte denn dieses Leben, wo ein Tag dem andern folget und spurlos verschwindet, und die Locke des Jünglings bald mit dem Greisenhaare wechselt, welchen andern Werth hätte dies Leben, von dem täglich ein Theil mehr untergeht, und auf immer versinkt, wenn nicht die schlummernde Kindesseele zu wecken, zu entwickeln und ihrem Gotte näher zu bringen und mit dem Gotte vertraut zu machen, den sie in der Wahrheit treffen soll, wenn sie erst ihre körperliche Hülle abgeftreift hätte? Das ist der unendliche Gewinn dieses irdischen Lebens mit allen seinen Verwirrungen und Leidenschaften: ein ge-' ftählter Geist, der die Wahrheit des Weltalls, d. i. Gott, kennen gelernt, begriffen und erkannt hat. Das ist das Antlitz Gottes, welches mit uns geht, und uns zur Ruhe bringt aus dem stürmischen Leben; und wie herrlich können wir nun die Worte Mosis deuten, die er erwiedert: Wenn nicht dein Antlitz mit uns geht, so laß uns nicht hinaufgehen. Ja, wenn der Mensch seine Bestimmung verfehlt hat, wenn er die Erkenntniß seines Gottes nicht gewounen hat, wenn er leer aus diesem Leben 6*

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