Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 106)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/7166791-9630800--1441-9623354- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
8L herausgeht, wie er hineingekommen, wahrlich! dann wäre es besser, er ginge nicht hinauf nach dem gelobten Lande des Jenseits, sondern er bliebe unten in der Wüste, denn er kann nicht zur Ruhe kommen. II. Gehen wir nun, geliebte Zuhörer, zu dem zweiten Theile unsers Textes über, da Mose fortfäbrt: Und woran soll doch erkannt werden, daß ich Gnade gefunden in deinen Augen, ich und dies dein Volk, nicht daran, wenn du mit uns gehst, und wir ausgezeichnet werden, ich und dies dein Volk, vor allen Völkern, die auf dem Erdboden sind. — Hier also ist von Israel die Rede, daß der Herr mit Israel gehe, und daß Israel ausgezeichnet werde vor allen Völkern des Erdbodens. Wie so doch? Wodurch? Wie bewährt sich dies noch heute? Diese Fragen drängen sich hier auf, und wir wollen sie uns beantworten. Viele Völker haben auf diesem Erdenrund gewohnt, viele hohe und herrliche Nationen, eine jede ausgezeichnet in ihrer Art. Da waren die alten Aegypter, das Volk, welches am ehesten unter den Menschen König und Staatsform und Stände und Gesetze besaß; da waren die Phönizier, die ihre Schiffe nach Ophir und Tarsis sandten; da waren die Griechen, die den Gipfel der Kunst erreichten; da waren die Macedonier, die bis nach Indien drangen, die Römer, welche den Erdkreis sich unterjochten — das war der Ruhm dieser Völker, der mit ihnen lebte und mit ihnen unterging. Aber da gab es auch ein kleines Völklein, ohne König und ohne Schiffe, ohne Kunst und ohne Waffen, und dieses Volk war ein Sclavenvolk in Aegypten — dennoch wählte es Gott aus, ihm seine Offenbarung, ihm seine Erkenntniß, ihm sein Gesetz zu geben. Am Fuße des Berges Sinai erhielt Israel seinen Ruhm, und sein Reich, und seine Welt, und seine Bestimmung. Nacht war es auf der ganzen Erde, alle Völker lebten in der Finsterniß des Götzendienstes, alle Völker beugten ihre