Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 82)
- Language
- German
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60 der die Wahrheit ist, die nie irrende, und das Leben, das nie sterbende, und das Dasein, das nie vergehende, und uns überwältigt, und uns bemustert — erhebt — reinigt — beruhigt — wie der Himmel über der Erde steht. Also das Innere, meine Freunde; das Innere des Gemäldes, das Innere der Natur, das Jnuere der heiligen Schrift. Das Gemälde aber behandelt nur Menschliches, ist Menschenwerk. Die Natur, so unendlich sie ist — was ist ihr Zweck: blos das Leben — Wesen zu schaffen, zu erhalten und zu begraben. Die heilige Schrift jedoch, die ' Offenbarung, was ist ihr Zweck: die Erkenn tniß. Die Erkenntniß des Urquells, aus dem Alles gekommen, die Zeit und der Raum, und was in diesem und was in jener ist, war und sein wird! Darum ist die heilige Schrift mehr als Alles! — um so viel ,mehr, als die Erkenntniß über dem Leben steht, das wir mit dem Wurme theilen und gleich haben im Staube. Darum aber müssen wir in's Innere sehen, nicht am bloßen Buchstaben kleben, sondern zu erhaschen suchen mit aller Geisteskraft, was im Innern ihrer Sprüche und Lehren verborgen ist. Dies fährt uns zum Ziele, dies allein läßt uns den Herrn finden, den wir suchen, des Lebens Glück und Höchstes, das wir erstreben. Also schauet auch heute mit mir hinein, meine Brüder und Schwestern, in das Innerste der Anfangsverse der heutigen Sidra, 2 B. Mos. t 0, 1 u. 2., die also lauten: Der Herr sprach zu Mose: Gehe hin zu Pharao! Denn ich habe verstockt gemacht sein Herz und das Herz seiner Knechte, damit ich diese meine Wunderthaten thue in ihrer Mitte. Und damit du erzählest deinem Sohne und Sohnessohne, was ich verrichtet in Aegypten, und meine Wunder, die ich daselbst gethan, auf daß ihr erkennet, daß ich der Ewige bin.