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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 59

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 59 (sequence 81)
Language
German
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IRI
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59 Schmerz, zum Lächeln oder zur Betrübniß. — Wenn wir hinaustreten in die Gottesnatur und ihr Odem uns anweht — sind es die Thiere und Pflanzen, sind es ebenfalls Farben und Gestalten, die äußere Form der Dinge, die uns so mächtig ergreifen, und mit unsichtbaren Fingern alle Tasten unsrer Seele berühren, daß sie wundersam erklingen? Thiere und Pflanzen sind auch in unfern Wohnungen, Himmel und Erde sehen wir auch in unfern Straßen, Farben und Gestalten haben auch die Dinge, die uns umgeben — nein! es ist der Odem des Lebens, der uns aus dem Innern der Natur entgegenftrömt, aus dem Busen der Erde, aus dem tausend Leben sprießen, aus der Wölbung des Himmels, in der unzählige Welten wandeln, aus Pflanze und Thier, es ist das innere Gesetz, die ewige Ordnung, die uns entgegenquillt aus dem Milliontheil und aus den Millionen der Natur, es ist die Allweisheit, die unendliche Güte, die unbegrenzte Macht, die innen walten in der Natur, und die uns aus ihr anblicken, wie hinter einem Vorhänge hervor, dessen Zipfel wir ausheben. — Wenn wir an dieses Buch des Lebens treten, an dieses Wort des Herrn, das er auf Erden gesendet, wir schlagen eine Seite auf, und lesen sie — sind es die Wörter, ist es der äußere Sinn, der auf der Oberfläche schwimmt, die unfern Geist mit unendlicher Kraft gewältigen, daß er sich getroffen und erhoben fühlt, daß er, der an der Erde hing, plötzlich weit über die Erde steigt, daß er, der dem Genuß ergeben, plötzlich in der Enhaltsamkeit den höchsten Genuß findet, daß er, der von dem Gewühle der Leidenschaften bewegt war, plötzlich wie ausruhet von allem Sturme, ledig und los aller Sorgen und Aengste und Bekümmernisse der Welt? Wörter und Worte finden wir in jeglichem Buche, Sinn und Verstand wehen in allen Schriften, wenn auch nicht immer der rechte, von jeglicher Lippe tönt doch Etwas — nein! es ist das innere Mark dieses Buches, es ist der tiefe, innere Sinn aller seiner Aussprüche, es ist der Geist Gottes, der uns aus seinen verborgenen Tiefen entgegenhauchet,

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