Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 73)
- Language
- German
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5i res irdischen Glückes, ihrer Macht, ihrer Kraft und Gesundheit, noch stehen sie mächtig und gewaltig auf der Erde da, und die Ahnung bevorstehenden Kampfes, zukünftigen Sturzes kommt nicht in ihre Brust — wer ist der Ewige? rufen sie da hohnlachend aus, ich kenne den Ewigen nicht! was ist Tugend? ich kenne die Tugend nicht, sie ist ein Wahn — was ist Barmherzigkeit? ich kenne die Barmherzigkeit nicht, sie ist eine feige Schwäche — und wie Pharao die Israeliten nicht ziehen ließ, ja wie er seinen Druck nun noch häufte, und ihnen nicht einmal das Stroh zu den Ziegeln reichen ließ, so daß sie das Stroh sich von den Feldern suchen, und ihre Anzahl Ziegel dennoch fertigen mußten: so fährt der Frevler in seinem Thun fort, ja häufet noch, wenn die Mahnung an ihn erging, seine Thaten, um zu zeigen, er sei sich selbst genug, unabhängig, selbstständig, herrenlos. Aber wenn auch der Sünder hundertmal Böses thut, spricht Koheleth (8, 12), und doch lange lebet, so weiß ich doch, Seligkeit ist des Frommen Loos gewiß, weil er Gott fürchtet. — Da begann denn die Reihe der Strafen und Wunderzeichen an Pharao und seinem Volke. Das Wasser des Stromes ward Blut: Pharao merkte nicht darauf; die Frösche stiegen aus dem Flusse und füllten sein Haus: es ward ihm unbequem, er sprach: flehet für mich, ihr sollt von dannen ziehen; sagte es, aber that es nicht. Ungeziefer, Gewild kam über's Land: er sprach: flehet für mich, ihr sollt von dannen ziehen; sagte es, aber that es nicht. Dann kam die Pest über das Vieh, Ausschlag über die Menschen: Pharao merkte nicht darauf. Der Hagel strömte hernieder, Blitze fielen herab, der Donner rollte in den Lüften: da wurde dem Herzen des Frevlers bange — denn wenn die Stürme der Natur losbrechen und der Kampf der Elemente über die Erde zerstörend hinfährt, dann fühlet der Mensch seine Schwäche und sein Nichts, und daß er verloren ist, wenn die Hand des Allmächtigen nicht über ihm ist. Er sandte zu Mose und 4*