Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 65)
- Language
- German
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kennen, der Begriff des allmächtigen Gottes zu dem des Ewigen sich erheben. — Dies Lilles sagen uns die Worte unsers Textes: die Erwiederung Gottes auf Mosis Fragen mit den Worten 'N ^8, das Sehen Gottes als allmächtigen Wesens und das Erkennen Gottes als ewigen Wesens. II. Wir kommen nun zweitens zur Lehre. Was heißet das: Allmacht? was heißet Ewigkeit? meine Brüder. Das Wort Allmacht ist nach irdischem Maße gemessen, das Wort Ewigkeit überirdisch. Nämlich so: Ein jedes Wesen vermag, kann Etwas, hat zu Etwas die Fähigkeit, die Macht: die Summe alles dieses Vermögens und Könnens, aller dieser Fähigkeiten und Macht, ist die Allmacht, und diese wird dem göttlichen Wesen zugeschrieben; alles Können und Vermögen aller Geschöpfe, des gesammten Weltalls, gehöret Gott, er hat es ihnen ertheilet, er macht es in ihnen und durch sie. Darum, sage ich, ist die Allmacht nur eine irdische Bezeichnung, weil sie Gott die Summe aller Fähigkeiten und Kräfte zuschreibt, die in den Geschöpfen zerstreut sind, weil sie Gott als die Macht über alle Mächte, als das unbeschränkte Vermögen, seinen Willen zu vollführen, angibt. Er spricht und es geschieht, er gebeut und es steht da. 2^8 ^281 Gott sprach: Es werde Licht, und es ward Licht! Ja, wenn wir genau bedenken, so ist das Wort: Allmacht eigentlich überflüssig, denn mit dem Worte Gott allein ist die Allmacht schon gegeben — denn was sollte wohl das Wort Gott bedeuten, wenn nicht das unbeschränkte Wesen, dessen Witte stets geschieht, der allem Wesen das Sein und Können gegeben? Ja, geliebte Zuhörer, folget ihr mir noch mehr in die Tiefen der Gedanken, so werdet ihr sehen, daß der Wille Gottes sogar beschränkt ist, nämlich durch seine eigene Natur, durch seine eigenen Eigenschaften. Gott kann nicht ungerecht