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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 31

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 31 (sequence 53)
Language
German
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IRI
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31 weiß nicht wie? Aber der Winter kommt plötzlich. Wenn der Mensch früh sein Lager verläßt, und stößt die Läden seiner Wohnung auf, und siehe! ein Sturmwind hat in einer Nacht den Baum kahl gelesen, der Frost in einer Nacht die Erde mit Eis, die Dächer mit Reis bedeckt, und am Ende des Himmels steigen graue Rauchwolken auf, die den Schnee des Herrn bringen — da heißt es: der Winter ist da! er ist einem fast ins Haus gefallen! Und welch' große Veränderung bringt der Winter! Verschwunden ist das erquickende Grün, das unser Auge labte, und der Winter legte dafür sein blendendes Schnee- und Leichentuch über die Erde. Verschwunden sind die binnen und duftenden Blumen, und der Winter malet dafür seine eigenen Scheinblnmen an das Fenster, ein schlechter Ersatz. Verschwunden sind die goldenen Früchte im dunkeln Laube der Bäume, und der Winter streifte diese dafür ab, daß sie nackt und bloß stehen, und uns webe thun. Verschwunden ist der Sang und Klang der Vögel und der Thiere aller Art, und der Winter machte dafür die ganze Natur zu einer Einsamkeit und Oede, in der jeder Laut erstorben ist. So, meine Lieben, deutet vornehmlich der Winter auf den Wechsel der irdischen Dinge, die nicht bestehen. Er rufet uns zu mit lauter Stimme: Woran ihr euch freutet, das wird euch genommen, nämlich, wenn's bloß irdisch Ding gewesen — und wie das Laub von den Bäumen, das Grün von der Flur, die Blumen von dem Garten, die Vögel von dem Felde weichen und absallen: so scheuchet auch euer Winter einst die Kraft der Jugend und das volle heiße Leben aus eurer Brust, und euer Haar wird grau, und eure Glieder werden zu Baumreisern, und das irdische Alles wird zu einem großen Schnectuche, daß die Augen d'rüber geblendet werden. Und möget ihr euch das auch lange verbergen und verheimlichen — in Einer Nacht überfällt es euch, daß ihr fühlet: der Winter ist da! er ist mir in Brust und Glieder gefallen! Darum, wahrlich! wie der Baum nicht stolz sein darf aus seine Frucht, denn der Winter nimmt sie ihm, die

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