Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 52)
- Language
- German
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30 1'^! lassest du deine Stimme vernehmen, dann kommt der Klang vierfach und mehrfach zurück. Und dieses wollen wir heute auch thun, meine Brüder. Die heilige Schrift soll uns ein Wort sagen, und das Wort wollen wir Hineinrufen in die Natur, die uns jetzt umgibt, und diese soll uns das Wort vierfach znrückgeben, als ein vierfaches Echo verstärkt und verdeutlicht. Dieses Wort der heiligen Schrift holen wir uns aus dem 1L7sten Psalme, V. 16—18: Der da Schnee bringt wie Wollenflocken, Reif ausstreuet wie Asche; der sein Eis wirft in Schollen, vor seinem Froste, wer kann bestehen? Dann sendet er sein Wort — es schmilzt; läßt seine Winde wehen — es thauet auf. I. In einem der Abschnitte, meine Freunde, den wir vor Kurzem gehört, spricht der Herr das Wort aus: fürder alle Tage der Erde soll Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht nicht aufhören. (1 B. M. K. 8. V. 22.) Warum, andächtige Zuhörer, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht? Warum, fragen wir, konnte nicht ein ewiger Sommer, ein ewiger Tag, eine ewige Wärme auf der Erde bestehen? Alles was irdisch ist, müssen wir uns antworten, sollte und mußte einem ewigen Wechsel unterworfen sein, in einem ewigen Kreisläufe sich herumbewegen; und wenn nun der Herr seinen Schnee bringt wie Wollenflocken, seinen Reif ausstreuet wie Asche, sein Eis wirft in Schollen, so weiset uns am meisten und zuerst der Winter auf den Wechsel der irdischen Dinge. Nach dem Frühling kommt der Sommer, nach diesem der Herbst ganz allmälig; man möchte fast sagen, herangeschlichen. Man kann ihre Grenzlinien nicht seststecken. Das Blatt wird Knospe, diese Blüthe, diese Frucht, und diese reif, so langsam, man »"U -«