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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite XI

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite XI (sequence 13)
Language
German
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IRI
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XI die Achsel hierüber. Seien wir froh, daß diese Lehrer und Vorbeter dadurch die Gelegenheit haben, ihre Kräfte anzustrengen, sich ein Ziel fortwährenden Strebens zu setzen, und ihrem Amte eine neue Weihe zu geben. Aber sie müssen Etwas in Händen haben, dem sie theils die Richtung und den Gedankeninhalt, theils die Worte selbst entlehnen, jedenfalls daran lernen. Man mache den Lehrern hieraus niemals einen Vorwurf oder Tadel. Im Gegentheil, man halte sie zum.Theil dazu an. Hierzu paßt aber nicht jede Predigt; es sind gewisse Bedingungen vorhanden, um sie zu diesem Zwecke brauchbar zu machen. Und da dies mit dem eigentlichen Werth durchaus noch nicht identisch ist, so wird man es nicht unbescheiden finden, wenn ich glaube, daß eine zwanzigjährige Erfahrung mir die Brauchbarkeit der vorliegenden Predigten zu gedachtem Zwecke erwiesen hat. Endlich babe ich noch Eines hervorzuheben. In der jüngsten Zeit sind bei der jüdischen Predigt zwei Uebelftände zu häufig geworden. Während man einerseits allzusehr die alte Spitzfindigkeit wieder hervorgeholt und mit übertriebener Künstlichkeit besiegelt hat, gingen Andere mit einer großen Nonchalance für die Form einher. Beidem muß entschieden entgegengetreten werden. Ich rufe meinen jüngeren Kollegen, ich rufe allen Denen, die predigen wollen, zu: Wollet weder vom Blatt ablesen, noch extemporiren, sondern arbeitet eure Predigten sorgfältig aus, und dann memorirt sie! Aus dem Kanzelpulte darf nichts als die Bibel liegen, aber nur nicht extempore sprechen. Das Salbadern, das Verfehlte und Seichte wird bei der reichsten Begabung nicht ausbleiben. Die Predigt muß eine angemessene Form, ein leichtes Gerüst, aber gutes Gefüge haben, weil dadurch allein neben dem

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