Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite X (sequence 12)
- Language
- German
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X dukten jener ersten Periode des Spnagogalaufschwunges einen für lange Zeit dauernden Werth. Sie sind wie der Morgenthau, der, dem frühen Morgen entsprungen, doch in den Kelchen verblieb, auch wenn die Sonne schon hoch und sengend am Himmel steht. Sie werden immer erfrischen; in ihnen webt ein so neues, feuriges Leben, daß es zu aller Zeit tief anregende Gedanken und Gefühle weckt; ja, wir mögen sagen, daß es nothwendig ist, sie in unsrer Zeit in recht viele Hände zu bringen, um neue Kraft und neuen Mutb zu verbreiten, um vor dem Augenblick den höhern Standpunkt immer wieder vor Augen zu bringen. Die jüdische Predigt hat seitdem an Tiefe und Gedankenschwere gewonnen, sie ist „gottesgelahrter" geworden. Aber sie hat auch die Lebhaftigkeit der Jugend, den Farbenschmelz der Blüthe verloren. Aus diesen Gründen habe ich meine sämmtlichen Predigten, die in dem „Magazin" standen, mit einer Ausnahme, hier wieder gegeben, und die Hand nur daran gelegt, um hie und da einen nicht geschmackvollen, oder zu oberflächlichen Ausdruck zu verändern. Um aber den Zyklus abzurunden, fügte ich eine Schebuoth-Predigt, weil eine solche, von mir verfaßt, im „Magazin" nicht gestanden, sowie eine größere Zahl Confirmations-, Grab- und Traureden hinzu, indem die beiden letzteren im „Magazin" gänzlich fehlten, und das Verlangen nach diesen stets sehr lebhaft ist. Jndeß war diese Sammlung von Predigten auch noch aus andern Gründen zum Wiederabdruck empfohlen. Bei der Unbedeutendheit zahlloser Gemeinden kann nur eine geringe Zahl ftudirter Theologen angestellt werden; es müssen die Lehrer und Vorbeter das Predigen an den Festen und bei allen besonderen Gelegenheiten übernehme^ Zucke Niemand