Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 23-24 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 367 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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t WW Um I JUNG ISRAEL 367 nachdenr ein furchtbarem Unwetter losgebrochen war. Ausdrücklich heißt es da: „Und die Leute trieben, daß sie wieder zu Lande kämen, aber sie konnten nicht, denn das Meer fuhr ungestüm wider sie." Nun erst nahmen sie den Jonas, welchen das Los, das sie befragten, als den Gegenstand der Ungnade des Himmels bezeichnet batte, und warfen ihn in die Gewässer hinaus, wo ihn der Fisch verschlang. Ob nun aber das alte Joppe, wo sich diese Dinge vor langen Zeitläuften zutrugen, mit dem Jaffa, wie es sich heutzutage unserem Blicke zeigt, irgendwelche Aehnlichkeit hatte? Eine Wanderung durch das letztere vermag aus diese naheliegende Frage einigermaßen Antwort zu geben. Hierbei gewinnen wir bereits nach den ersten Schritten die Ueberzeugung, daß das Jana der Gegenwart eine ganz eigenartige Stadt ist, mit dem, was wir Abendländer unter einer solchen verstehen, schlechterdings rächt zu vergleichen, ein morgenländischer Ort, wie er charakteristischer nicht gesunden werden kann. Da ist keine Rede voll breiten, hellen und sauberen Straßen, wie bei uns, da gibt es mir enge Gäßchen, welche zürn Schuh gegen die in dieser Niederring im Sommer — und derselbe nimmt den größten Teil des Jahres ein — irr der Tat serrgerrde Sorrrrenglut mit morschen Bretterrr, alten schmutzigen Lappen und dergleichen überdeckt sind. Auf diese Weise herrscht irr den Perkehrsadern des Küstenstädtcherrs selbst arn hellsterr Tage karnrr urehr als eine Art Dämmerlicht und dmnpfe, schwüle Luft. Trotz alledem gewähren aber diese tunrrelartigerr Straßen ein Bild so bunt und fesselnd, wie wir es in unseren Städten vergebens suchen. Derrrr währerrd bei uns das Leberr rurd Treiben der Einwohner sich innerhalb der Wände des Hauses abspielt, dem draußen Vorüberwandelnden wenig oder gar nicht benrerklich, ist hier alles urrd jedes heraus an die Oefferrtlichkeit verlegt und den Blicken aller Welt frei gegeben. Irr kleinen, das Erdgeschoß der Gebäude einnnehrrrenden Holzbuden sieht man da sämtliche Handwerker ihre Arbeit tun. Hier hobelt ein Tischler, dort hämmert ein Schmied, wieder an einem andererr Prnrkte blickt nran gar bis in den glühenden Backofen hinein, arrs welchem eben der Bäcker die landesüblichen krrchenartig rrrnden und niedrigen Brote herausholt, ja mitunter kommt man selbst an Mühlen vorüber, die von Kamelen getrieben werden, welche sich mit hoch erhobenem Kopfe im Kreise unr ein Göpelwerk bewegen. (Lchluß folgt.) m w?\