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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 23-24 (1905) · p. Seite 366

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
23-24 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 366 (sequence 18)
Language
German
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366 JUNG ISRAEL Die Freude über unsere glückliche Landung ist aber nicht die einzige, die jetztunser Herz erfüllt. Wir haben uns zu Hause, wenn wir im alten Bibelbuche lasen oder Eltern und Lehrer unserem lauschenden Ohre von dem erzählten, was alles Großes und Unvergängliches einst innerhalb dieses Landes sich zugetragen, wohl manchmal eine Vorstellung von deutselben gemacht. Nun stehen wir selbst da, von Ehrfurcht erfüllt, und haben Gelegenheit, die Oertlichkeiten, deren Namen uns geläufig sind wie keine anderen auf der ganzen Welt, in Wirklichkeit kennen zu lernen. Und gleich jene erste Stadt, auf die wir nach Verlassen des Bootes stoßen, zählt zu denen, die wir oft genug neunen hörten. Es ist Jaffa, oder, wie sie in der Bibel heißt: Joppe, ein Ort, der bereits Jahrtausende hinter sich hat und stets eilte iticht geringe Wichtigkeit befaß. Tenn so beschwerlich und selbst gefährlich auch dort, wie wir sahen, das Lattden von Schiffen ist, so liegt doch kein andrer Hafen der Hauptstadt des Landes, Jerusalem, so nahe wie dieser. Darum wilrde einst, als der große König des Volkes Israel, der prachtliebende Sohn Davids, Salomo, in Jerusalem feinett herrlichen Tempel errichtete, hier in Jaffa auch das Bauholz ausgeschifft, welches ihm die mächtigen Eedernftämme aus deut fern im Norden belegenen Libanongebirge liefern inußten. Damals freilich mag an diesem Punkte das Anlaufen der Schiffe die ja in alter Zeit, wenigstens verglichen mit unseren heutigen tnächtigen Dampfern aus Stahl ilnd Eisen, verhältnisntäßig klein und leicht waren, ungleich weniger schlinnn gewesen fein als in der Neuzeit. Denn die Mohammedaner ließen es seither geschehen, daß das Meer in der Nähe der Stadt durch Sattd- und Staubntassen, welche der Wind aufwirbelte, innner mehr ausgefüllt und dadurch der Ankerplatz für Schiffe stetig weiter hinaus verlegt wurde. -xamit soll itches keineswegs gesagt fein, daß vordem Jaffa ein bequemer Seehafen war. Int Gegenteil muß dieser Punkt des jüdischen Gestades Ankomntenden stets Hindernisse in den Weg gelegt haben. Das beweist schon die bekannte Geschichte vom Propheten Jonas, in der diese Stadt ebenfalls eine Rolle spielt. Von hier aus beabsichtigte der Gottesmamt jenes Namens weit über See zu fahren, um sich bem Willen feines himmlischen Herrn, daß er der großen lasterhaften Stadt Ninive Buße predigen möge, zu entziehen. Hierher suchten dann auch die Schiffersleute, die ihn ftihrett, zurückzukehren,

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