Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 22 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 339 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9620171-9626617-9623110--1894-9623117- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
JUNG ISRAEL 339 Da liegen sie — wie leblos — unter Trümmern, — Und finster wird’s, die Nacht bricht schon herein. Doch horch, was regt sich dort mit leisem Wimmern? Schakale hausen hier beim Mondenschein! — Wie wenn zwei Tote aus den Gräbern steigen, So fahren plötzlich jetzt die Freunde auf — Akiba lächelt nur und sieht’s mit Schweigen, Der Andre lässt der Klage freien Lauf: „So ist denn Alles, Alles eingetroffen, Mein armes Volk!" so seufzte Josua. „Weh dir! jetzt kann ich nichts mehr für dich hoffen, Nun ich auch dieses Unglückszeichen sah. Sieh nur, Akiba, ist denn ausgeblieben Von allen Flüchen auch ein einz’ger Fluch? So steht es ganz mit Feuerschrift geschrieben In unserm alten heiligen Gottesbuch!" Akiba drauf: „Mein Mut ist nicht gebrochen! Der Hoffnung Quelle, ist sie ganz versiegt? Hielt Gott schon alles, was er uns versprochen? — Das Unglück ist ein Schatten, der verfliegt. Gott sprach zu uns: Ihr sollt in blut'gen Kriegen, In Druck und Elend doch nicht untergeben — Nein, eure Sieger werdet ihr besiegen Und aus den Trümmern neu verjüngt ersteh’n! Gott bleibt sich treu im Unglück wie im Glücke, Einst sammelt er sein Volk, das jetzt zerstreut, — Sein Zorn, er kommt und geht im Augenblicke, Doch Liebe kennt nicht Raum noch Zeit!" — '0iI9& Und Josua vernimmt des Weisen Mahnung,rmrii Und ruft bekehrt: „Ja, Gott verlässt ihü&fritölift taflaj© Mir sagt's, Akiba, eine innre Ahnung?*? sid ai] ssd Schon weicht die dunkle Nacht, MSS?b] Bad nmriM sKP