Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 22 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 340 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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340 JUNO ISRAEL €in großmütiger Geiziger« Einmal gingen einige mildtätige Männer auf dem Lande und in den Städten umher, um Geld zu sammeln, das zur Unterstützung armer Schüler verwendet werden sollte. Sie kamen aus dem Lande in das Haus eines Mannes, namens Barbutin. Aus der Schwelle des Hauses hörten sie, wie drinnen der Sohn mit dem Vater folgendes Gespräch hatte: „Mein Vater, was bestimmst du heute für unser Mittagessen? Die Früchte, die das Maaß eine Mana kostet, oder diejenigen, von denen zwei Maaß eine Mana kosten?" Und der Vater antwortete: „Laß die zubereiten, von denen zwei Maaß eine Mana kosten; sie sind sehr wohlseil, und das Mittagessen wird uns weniger kosten." Jene mildtätigen Männer, die aus der Schwelle standen, hörten dieses ganze Zwiegespräch, und zweifelhaft, ob sie hineingehen sollten, sagten sie endlich: „Was ist von diesem Geizhalse zu hoffen, der ein so elendes Leben führt und so grausam gegen sich selbst ist? Wie können wir hoffen, daß er mildtätig gegen andere sei? Setzen wir unsern Gang fort. Wenn uns dann noch Zeit bleiben wird, werden wir zurückkommen, die Probe zu machen." In der Tat entfernten sie sich und kehrten erst nach einigen Tagen zurück. Kaum waren sie erschienen, so wurden sie liebevoll ausgenommen. Ernmtigt durch diese gütige Ausnahme, setzten sie frei ihre Bitte auseinander; und der Herr antwortete sogleich: „Geht zu nieiner Frau; sie verteilt unsre wenigen Almosen; sagt ihr in meinem Namen, daß sie euch ein Maaß voll Dinarim gebe." Jene guten Männer sahen sich verwundert an, wie wenn sie ihren Ohren nicht glaubten, da sie jenem eine so außerordentliche Großmut nicht zugetraut hatten. Sie begaben sich sofort zur Frau, der sie die Worte des Gemahls berichteten. Die Frau sagte, ohne eine Ueberraschung zu zeigen: „Will er, daß das Maaß gehäuft oder gestrichen voll sei? Wiederholt mir genau die Worte meines Gemahls." Die Männer antworteten, daß der Gemahl nur von einem