Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 19 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 301 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ri&irtaMüMyW^ip^i .■ ... JUNG ISRAEL 301 Von der klebe zu den deren. Die alten Juden sowie die Völkerschaften des Altertums überhaupt wußten von Tierschutzvereinen und dergleichen nichts; aber -nichtsdestoweniger findet sich bei ihneit zu allen Zeiten eine Sorgfalt und ein Gefühl der Teilnahme für die gesainte Tierwelt, die unsere Achtung und Bewunderung verdient und ein Zeugnis von dem hohen Grade ihrer sittlichen Bildung gibt. Es hängt diese ihre Sorgfalt für das Tierleben eng mit der Ansicht zusammen, die sie über die Gesamtkräfte der organischen Schöpfung überhaupt und der Tierwelt insbesondere hatten, welcher sie auf der Stufenleiter der erschaffenen Wesetl eine höhere Stellung, als es sonst geschah, angewiesen hatten. Sie schreibeit nicht nur dem Tiere, sondern auch der Pflanze einen gewissen Grad geistigen Lebens ztl, für welches seder unverdorbene Mensch Mitgefühl besitzen und zeigen müsse. Diesen Anschauungen entsprechen auch die tnosaischen Gesetze, die mir hier in Kürze anführen lvolleit. Bei der Belagerung einer feindlichen Stadt durfte man an ben Fruchtbaum keine Axt anlegen, uni sich den Zutritt zur Festung zu erleichtert!. „Ist denn der Baum des Feldes ein Mensch, der vor dir in die Festung sich flüchten kann?" Das Gesetz: „Tu sollst nicht verderben" hat in jüdischen Gesetzen die weiteste Ausdehnung erhalten, und jede Zerstörung war sündhaft. Aber welche Humanität findet sich in der tnosaischen Gesetzgebung und in den andern Schriften der Juden erst gegen Tiere? Sie galten ihnen als treue und unermüdete Gehilfen in der Haushaltung der Statur, die auf der Stufenleiter der geschaffenen Wesen ihre ihnen von Gott angewiesene Bestimmung haben und geschaffen worden sind nicht zum Schmerz, sondern um sich ihres Lebens zu freuen. „Es brüllen die Löwen nach Futter und verlangen von Gott ihre Nahrung, und die unzähligen Tiere, die großen und die kleinen, die da wimtneln in dem großen und geräutnigen Meere, sie alle harren auf Gott, daß er ihnen gebe ihre Nahrung zur rechten Zeit. Gott ist gütig gegen alle, und sein Erbarmen erstreckt sich auf alle seine Geschöpfe.