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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 19 (1905) · p. Seite 300

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
19 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 300 (sequence 18)
Language
German
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300 JUNG ISRAEL auf seinen Füßen. Er wollte nun den Lohn haben, den er nie begehrt hatte, der ihm, wie er setzt in feinem altersschwachen Sinn meinte, immer vorenthalten worden war. Und drum wurde er widerspenstig und knarrte ganz unheimlich viel und stark. Bis es eines Tags mit all der Herrlichkeit aus war und er kurzer Hand niedergerissen und zum alten Eisen geworfen wurde. Dort harrte er, seines guten, ehrlichen Wirkens eingedenk, mit frischem Mut und neuer Hoffnung einer fröhlichen Auferstehung, die ihm gewiß bald werden wird. Denn das kann fa nicht sein, daß aui der Welt irgendwelche gute und liebreiche Arbeit dauernd vergessen wird. Und es ist gar nicht nötig, daß man dazu so groß tmd keck und vergoldet ist, wie das hohe Herrschaststor. Im Gegenteil -— je kleiner, unscheinbarer und verachteter einer ist, um so höher wirds ihm droben angerechnet, wenn er trotzdem feine Schuldigkeit tut, wenn er nicht ein Fußbreit weicht von dem Fleck, aus den die Vorsehung ihn hingestellt hat. Utid wenn er recht treu bleibt aus dem Fleck und auch noch ein Stückchett Herz übrig hat für alles, was beit Fleck betritt: dann ist sein Verdientst um so größer. Man meint manchmal, das sei nicht der rechte Fleck, ans dem man ist, man müsse sich eilten andern suchen, uttd schielt auf ein gesegueteres Stück Erde hinüber. Gefehlt! Gesegnet ist jedes Stück Erde, das man redlich und frommen, wackeren, vertrauendett Herzens bebaut tind behütet, mag einen die Welt darob achten oder ntißachten. Das hat daitn feinen Frühregen nnb seinen Spötregen, gibt Halm itnb Frucht zur rechten Feit. Sind deine Hände schwielig gewordett von der Arbeit, heb sie nur getrost zum Dienstherrn und sprich: „Schau, Herr, was ich geschafft tlttd wie ichs geschafft." Der gibt dir dann beinen Lohn, reich und voll, hier nnb dort. (Ans „Israel. Familienblatt.")

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