Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 18 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 287 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JUNG ISRAEL 287 nackten Felsenhängen des steinigen Berges widerhallte und sich in tiefen, grollenden Tonwellen fortpflanzte bis an die Spitze der Bucht und das Ufer. Weit und breit ward das Meer und Land, Mensch und Tier von blendendem Licht übergossen, wenn sich das verderbenschwangere Gewölk von neuem entlud, und die Wogen der See und die Luft über ihr färbten sich dann mit einem schwefeligen Gelb, durch das der grelle Lichtschein wie durch eiue grüugelbe Glaswand leuchtete und flammte. Jetzt meinte Ephraim auch wahrzunehmen, daß die schwärzesten Wetterwolken von Süden und nicht von Norden her heranzogen; dann aber zeigte ihm der Glanz der Blitze, daß hinter ihm hier ein scheugewordenes Gespann in das Meer jagte, dort ein Wagen über den anderen stürzte und weiter nach vorn mehrere Fuhrwerke sich ineinander festfuhren, zum Verderben derer, die sie trugen, und als Hindernis für das Vordringen der anderen. Dennoch kam der Feind vorwärts, und der Zwischenraum, der die Entweichenden von den Nachsetzenden trennte, vergrößerte sich nicht. Aber die Unordnung unter den letzteren war so groß geworden, daß das Angstgeschrei der Krieger und die ermutigenden und wetternden Rufe der Führer laut vernehmbar wurden, sobald das wilde Krachen der Donuerschläge verstummte. Doch so schwarz die Gewitterwolken am südlichen Horizonte auch waren, so wild das Unwetter auch tobte, hielt der verfinsterte Himmel dennoch seine Gewässer zurück, und was die Wanderer benetzte, das war nicht das Naß der Wolken, sondern das Meer, dessen Wogen immer höher und voller aufspritzte und immer häufiger die trockene Spitze der Bucht beleckten. Schmäler und schmäler ward der Weg und mit ihm das Ende des Zuges. Inzwischen fuhren die Flammen, die aus den Pechpfannen aufstiegen, fort, den Geängstigten das rettende Ziel zu zeigen und sie an Moses zu erinnern und seinen ihm von Gott verliehenen Stab. Jeder Schritt brachte die Wanderer ihm näher. (Schluß folgt.)