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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 18 (1905) · p. Seite 286

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
18 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 286 (sequence 18)
Language
German
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286 JUNG ISRAEL wir brauchten die Mähren nicht zu Tode zu schinden, und das in einer Zeit, wo jeder verständige Führer die Leute beim Lagerfeuer läßt, beim Nachtnmhl und Brettspiel. Auf die Gäule, Heter; da stecken wir wieder im Sande!" Hierauf erhob sich hinter dem ersten Wagen ein lautes Geschrei, und Ephraim hörte, wie eine neue Stimme ausries: „Vorwärts, und geht es auch den Rossen ans Leben!" „Wenn Umkehr noch möglich wäre," ließ sich dann der oberste Führer der Wagenkämpfer, der allen voransuhr, ein Verwandter des Königs, wieder vernehmen, „ich ließe jetzt wenden. Aber so! Eins würde über das andere geraten. Also vorwärts, was es auch koste. Wir sind ihnen hart aus den Fersen. Halt! Der verfluchte beißende Rauch! Aber wartet, ihr Hunde! Sobald der Weg sich erweitert, fahren wir euch kurz und klein, und für jeden, den ich übrig lasse, sollen mir die Götter einen Lebenstag rauben. Wieder eine Fackel erloschen. Man sieht nicht die Hand vor dem Auge. In solcher Stunde möchte nmn lieber die Bettlerkrücke als den Kommandostab führen!" „Und um den Hals eine Henkerschlinge, statt der goldenen Kette!" fluchte ein anderer. „Käme der Mond nur wieder heraus! Weil die Horoskopen vorausgesagt, er werde in ganzer Fülle leuchten vom Abend bis zum Morgen, riet ich bei dem späten Ausbruch selbst, die Nacht zum Tag zu machen. Wär es nur heller! ..." Doch dieser Satz blieb unvollendet; denn ein Windstoß, der aus den südöstlichen Schluchten des Baal Zephonberges wie ein wildes Tier losbrach, stürzte sich auf die Wanderer, und eine hohe Woge übergoß Ephraim über und über. Schnaufend warf er das Haar zurück und trocknete die Augen. Hinter ihm aber ertönte Lautes Angstgeschrei aus der Brust ägyptischer Männer; denn dieselbe Welle, die ihn getroffen, hatte die vordersten Wagen ins Meer gerissen. Da begann dem Jüngling auch für die Seinen zu bangen, und während er vorwärts jagte, um sich wieder mit ihnen zu vereinen, erhellte ein flammender Blitz die Bucht, den Baal Zephonberg und alles ringsum. Noch ließ der Donner geraume Zeit auf sich warten, bald aber kam das Unwetter näher, und endlich zuckten die Blitze nicht mehr als leuchtende Zacken, sondern wie formlose Feuermassen durch das Dunkel, und bevor sie erloschen, erscholl das betäubende Krachen des Donners, dessen wildes Getöse an den harten,

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