Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 16 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 251 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JUNG ISRAEL 251 Heere aufbrechen und unser Lager zerstören, wie einstens König David das der Philister. Da brauste unser König Motke aus. Heldennmt erwachte in seinem Herzen. Er ließ ihm durch den Gesandten die Antwort bringen: „Geh hin und sage deinem Herrin, dem Bösen, daß wir seiner lachen. Unser Lager ist mehr befestigt, als das seine. Wir haben uns nicht deshalb ruhig Verhalten, weil wir uns schwächer gefühlt. Ich wollte blos keinen Krieg. Jetzt aber, da euer König so hartnäckig ist und vom Frieden nichts wissen will, bin ich bereit, den Krieg auszunehmen. 24 Knöpfe Tribut wird unser Reich nicht zahlen!" Abends aber versannnelten wir uns im Garten, wo uns bereits das feindliche Heer schlagfertig erwartete. Ueber eine halbe Stunde kämpften wir nmtig wie die Löwen. Unser Herrscher bewies Wunder von Heldentaten. Aber auch der feindliche Führer war stark, und so endete diese erste Schlacht ohne eine endgiltige Entscheidung. Als es innner mehr dunkel zu werden begann, schickte unser König, der sehr sronnn war, seinen Minister ins Lager mit dem Ersuchen, man möge den Kamps unterbrechen, da man sonst das Minchah-Gebet versäumen könnte. Der feindliche Herrscher ließ zwar anfangs sagen: „So werden wir beim Mariw- Gebet zweimal das Achtzehn-Gebet sagen." Als sich jedoch unser König daraus steifte, daß man es nicht dürfe, ließ sich jener bewegen, nachzugeben, und müde und zerschlagen gingen wir ins Bethaus, das Minchah-Gebet verrichten. Wir hatten das Minchah-Gebet bereits versäumt, und trotz aller Müdigkeit mußten wir zweimal das Achtzehn-Gebet stehend sagen.