Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 16 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JUNG ISRAEL 245 Als man erfuhr, das; Moses den Aegypter getötet hatte, wurde er ergriffen, verurteilt und zum Tode geführt. Eine Schar Henkersknechte umgab ihn, und der Scharfrichter bereitete sich vor, ihm den Kopf abzuhauen. Auf einmal.entsteht eine große Verwirrung. Von den Henkern wird ein Teil stumm, ein Teil taub, ein Teil blind. Tie Stummen antworten nicht, wenn gefragt, die Taubem hören nicht, wenn angeredet, die Blinden tappen verzweifelt umher. Unterdessen steigt ein Engel herab, nimmt die Gestalt Moses an und Moses entflieht. * * * Moses war Hirte Jithros. Eines Tages, während er mit der Heerde aus den seltenen Weideplätzen ferner öden Gegenden umherzog, sieht er, indem er das Auge herumschweifen läßt, ein Lamm, das sich verläuft und geht uud geht und sich von den Gefährten entfernt. Der gute Hirte geht ihm nach, und das Lamm beschleunigt den Laus und rennt durch weite Ebenen und überspringt Gräben und durcheilt Täler. Und der Hirte immer nach. Endlich bleibt das Lamm au einem Bache stehen und taucht die vertrocknete Kehle hinein und trinkt gierig. Moses holt es ein, bleibt auch stehen, betrachtet es mit betrübter Miene und sagt: „Mein armes Tier! Es war also der Durst, der dich trieb, mich zu verlasseu und mich zu slieheu? Und ich hatte es nicht bemerkt. Wie müde, wie matt mußt du sein! Wie wirst du allein zu den Genossen zurückkehren können?" Und wie das Lamm ausgehört zu trinken, lud es Moses sich aus die Schultern und unter jener Last gebeugt, ging er der Heerde zu. Und während Moses mit jener Last aus der Schulter ging, erscholl eine Stimme vom Himmel in diesen Worten: „Du, der du so große Liebe, so großes Erbarmen gegen die Heerde der Menschen hast, verdienest wohl, berufen zu werden, die Heerde Gottes zu weiden." * -i- -i- Bei dem - plötzlichen Tode seiner Söhne dachte Aron mit Schrecken: „O, wie schwer müssen meine und meiner Söhne Vergehen sein, da es dem Herrn gefallen hat, mir und ihnen einen so harten Schlag zu versetzeu?"