Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 16 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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244 JUNO ISRAEL JMofcs. (Einiges aus seinem Leben, dargestellt nach der talmndischen Sage.) Ans den Schoß Pharaos genommen, geküßt und geliebkost von dem mächtigen Fürsten, hatte das Knäblein Moses die Gewohnheit angenommen, die Krone von dem königlichen Haupte zu nehmen und sich selbst auszusetzen. Die Zauberer Pharaos, die einen künftigeil Retter für Israel vorhergesehen hatten, schöpften aus dieser Übeln Gewohnheit Verdacht und sagten zu Pharao: „Gib acht, daß der nicht dein Feind und Nebenbuhler wird; töte ihn und sichere deinen Thron!" Und schon hatte der Verdacht Eingang in das königliche Gemüt gesunden, und die grausamen Vorstellungen waren günstig aufgenounnen worden. Jithro, der bei jener barbarischen Beratung zugegen mar, trat also dazwischen: „Welches Wunder, daß das Leuchten einer Krone ein Knäblein verlocke, sie anzusassen? Das ist Gewohnheit aller Kinder. Aber bleibt euch noch irgend eine Befürchtung im Gemüte, so stellet eine Probe an. Reicht ihm ein Becken mit der Krone darauf und eine glühende Kohle und versuchet, ob es das Blitzen des Lichtes ist oder eine innere Ahnung, die ihn zu jener Handlung treibt." Der Versuch wird angenomnten, der Knabe hat vor den Augen eine glühende Kohle und von der andern Seite eine Krone, und, ohne zu zögern, streckte er die Hand nach der Krone. Es war ein Todesurteil. Aber vom Himmel kommt fürsorgend ein Engel und stößt ihm die Hand, daß sie die Kohle ergreife. Der Knabe stößt einen Schrei aus und führt Hand und Feuer nach dem Munde, und die Zunge verbrannte davon, und dadurch blieb er stammelnd; aber er war gerettet.