Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 15 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 237 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JUNG ISRAEL 237 fand ich auch einen Mann, der früher bei Bykowski gearbeitet hatte, und der mir erzählte, was für ein Geschäft Bykowski gehabt. Ueberall die kostbarsten Spiegel und Alles vom besten. Soviel war dort verdient worden, daß Bykowski sich einen Mann nehmen mußte, der nichts weiter zu tun hatte, als den ganzen Tag an einem Pult zu sitzen und das Geld hineinzutnn. „Aha," sagte ich nur, „du willst dir mit deinen: alten guten Sarkin einen Scherz inachen, lieber Freund Bykowski. Du wartest nur darauf, daß er zu dir kouuni, damit du ihn: zu seiner Freude die Hälfte von deinen: feinen Wirtsgeschäft geben kannst." Ich fragte also den Mann, wo sich das Lokal befände. „O," versetzte er darauf, „das ist ja schon ein paar Jahre her. Bykowski hatte dort so viel Geld geinacht, daß er die Wirtschaft verkaufte und in das Grundeigentumsgeschäft ging." Jetzt begann mir ein Licht anfzugehen. Offenbar hatte Bykowski vor lauter Geldeinnehmen keine Feit zun: Schreiben gesunden. Aber ich nahn: ihm das nicht übel. Zu ihn: wollte ich gehen, ihm die Hand reichen und rufen: „Tu, :nein liebster Jugendfreund, du, ich komme :nit zehntausend Dollars zu dir, die ich nur erspart habe, und die Hälfte davon gehört dir. Meine einzige Hoffnung ist, daß du arn: bist, bannt ich :nei::en Reichtum mit dir teilen kann!" Tann wird er gerührt sein und rot werden und mir erzählen, daß er viele Hunderttausende hat, welche er mit mir teilen will. Ja, ja! Im Grundeigentumsgeschäft sind nicht so viele Leute wie in: Wirtsgeschäft, und es dauerte deshalb auch nicht lange, bis ich Jeinanden fand, der von Bykowski wußte. „Das letzte, was ich von ihn: gehört habe," erzählte mir der Mann, „war, daß er sich von: Geschäft zurückziehen wollte. Er legte damals fein ganzes Geld in einer Reihe schöner Häuser an und sagte zu mir, er werde in Zukunft überhaupt nicht mehr arbeiten." Ja, das sah den: lieben, alten Bykowski ähnlich. Er war innner ein richtiger Aristokrat gewesen, — wenn er soviel Geld hatte, wie er brauchte, lag ihm an der Arbeit garnichts. Aber welche Freude würde es ihn: machen, seinen alten Freund wiederzufehen! Ich nahn: nur vor, so zu tun, als ob ich von feinen: Reichtum keine Ahnung hatte. Aber ganz offen und ehrlich wollte ich ihn: gegenüber Verfahren, den Vertrag bis auf den letzten Buchstaben einhalten und