Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 14 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 222 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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222 JUNO ISRAEL fest auf ihrem Platze stehen, indem sie sich umsahen, wie wenn sie etwas sagen wollten und es nicht wagten. Der Richter bemerkte ihr Zaudern und sagte: „Was habt ihr noch? Genügt euch die Znrückerstattung nicht? Redet!" „Herr!" sagten sie endlich, „wir sind arme Tagelöhner; wir leben von dem, was wir täglich verdienen. Aber heute konnten wir wegen dieses Rechtsstreites nicht arbeiten. Wir haben Hunger und uns fehlt das Brot." „Freund," sagte der Richter zu R a b b a, „es ist an dir, ihnen den Tag zu zahlen, den sie wegen deiner verloren haben." „Was?" rief der Andere überrascht, „ist es vielleicht die Gerechtigkeit, die mir dies gebietet?" „Nein, aber das Gesetz der Liebe," wiederholte der Rabbi sanftmütig, „jenes Gesetz, das dir befiehlt, nicht aus dem Wege der guten Menschen zu gehen." MEIN UND DEIN. (Nach dem Talmud.) Das Meine mein, Das Deine dein — So sagt die Menge. Das Meine mein, Das Deine mein — So sagt der Böse. Das Deine dein, Das Meine dein — So sagt der Gute.