Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 14 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 220 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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220 JUNG ISRAEL Die kostbare Zeit der Gewerbsteute. (Aus dem Talmud. » In schon vorgerückter Nacht kehrte N a b b a ganz gedankenvoll aus der talmndischen Akademie zurück, als er in der Nähe seines Hauses von einem ungewöhnlichen Lärm und Geschrei überrascht wurde. Cr beschleunigte den Schritt, und als er den Fuß in die Wohnung gesetzt hatte und nach der Ursache fragte, führten ihn die Diener hinunter in den Keller. Dort bot sich dem R a b b i ein unerwarteter Anblick dar. Der Keller war ganz von Wein überschwemmt. Unwillig wendete er sich an die Diener itnb rief mit drohendem Blicke: „An wem ist die Schuld? Wer hat diesen Schaden angerichtet? Ich will es wissen, ich will ihn bestrafen." Seine Diener wiesen ans eine Gruppe von Arbeitern hin, die schweigend und unbeweglich in einer Ecke des Kellers standen. Sie waren es, welche eine kleine Arbeit an dem Fasse zu machen hatten, und ans Unerfahrenheit oder Unachtsamkeit oder ans Bosheit durch einige übel angebrachte Schläge es ganz auseinander gelegt und verdarben hatten. Der Rabbi wendete sich gegen diese mit einein noch drohenderen Blicke, und da es ihn: schien, auf ihren Gesichten: ein boshaftes höhnisches Lächeln zu sehen, geriet er in heftigen Zorn und rief: „Sie haben den Schaden angerichtet und machen sich noch lustig! Nun gut, ihr werdet nur den Schaden zu vergüten haben. Habt ihr nichts Anderes, so nehme ich euch eure Mützen und Wännnse, die ihr dort zu liegen habt." Und er befahl den Dienern, seine Drohung auszuführen. Als jene sahen, daß es ernst wurde, beteuerten sie, baten, entschuldigten sich . . . Aber der Rabbi, über ihre verlautete Bosheit