Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 14 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JUNG ISRAEL 219 Da standen sie Var ihm, die wilden Bestien in Menschengestalt. „Gib die Thora her, alter Jude!" , Und Mendele kämpfte liiit aller Kräfte Aufwand, mit aller Macht und Stärke. Der alte schwächliche Jude ward ein Schi in schon Hagibor, ein Makkabi. Er, der Einzelne, kämpfte gegen eine ganze Räuberschar. Nicht fein 2eben wollte er retten, er wollte die Ent-, Weihung des Allerheiligsten von frecher Frevlerhand verhindern. Eine längere Zeit gelang es ihm, sie von der heiligen Bundeslade fernzuhalten. Doch bald verließen ihn die Kräfte und er stürzte, von einem mächtigen Hieb getroffen, blutüberströmt zu Boden. „Menschen", röchelte er, „es ist das Allerheiligste!" Wenn es „Menschen" gewesen wären! Er versuchte, sich abermals zu erheben, aber ein zweiter wuchtiger Stoß mit einem Eisenstabe stchnetterte ihn zu Bodeu. Er wälzte sich in einer Blutlache und rang int Todeskampfe. Noch einmal schlug er die Augen auf und, welch Entsetzen!, vor seinen Füßen lagen die Thorarollen in Stücke gerissen. So ward der Märtprerverehrer selbst zum Märtyrer. Als man ihn später nach Hause brachte, waren seine letzten Worte: „Das Pergament vernichtet, die Bibel bleibt ewig: der Jude stirbt, das Judentum — lebt!"