Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 12 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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178 JUNG ISRAEL Der stets „mwaseir tauw“ den Leuten ist? Ist's eine Kleinigkeit, wenn so ein Kleines steht? Wie war’s am Anfang doch so unbeholfen! Wie zittert’ es und bangt’ bei jedem Schrittchen, Selbst wenn’s die Mutter an den Händchen nahm Und die Auguste mit als Nachtrab ging; Und wenn man’s dann am Stuhl sich halten Hess, Dann war es scheu und fing bald an zu zetern, ’s war halt noch schwach und fühlte schwanken Grund Und gar nichts Sich’res unter seinen Füsschen. Drauf kam der erste grosse Siegestag: Am Stühlchen, seinem kleinen Königsthrone, Da hing sich’s an und machte ,,ada buh“ Und watschelte fidel durch ganze Zimmer. Dann Hess sich’s führen, ruhig und gelassen, Die Mutter war ja bei ihm, seine Mutter, Und wo die Mutter war, gab’s keinen Fall. Das sah das Kleine schon mit Kindesblicken, Drauf klettert es die Wände auch entlang, Die Vorplatzwände bis zur Küchentüre, Und in der Küche stützte stark sich’s auf * Und holte sich gar leckere Speisen, Die leckersten heraus vom Kohlenkasten, Bald schwarze Kohlen oder Eierschalen, Bald kleine Fetzchen von zerrissener Zeitung Und was dergleichen Süssigkeiten mehr. Und nun, nun war die grösste Tat geschehen, Nun war der Anlauf da zum Bergeklettern, Nun war der Anfang da zum Welterobern, Nun Stands!. Und herzig, goldig sah es aus! Frau Sonne hatte auf die zarten Wänglein Die Fingerlein gar rosig abgedrückt, Herr Mond, der hatte von dem lichten Blitzen, Das ihm in Sommernächten oft beliebt,