Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 12 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 179 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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JUNG ISRAEL i 79 Wenn man ihm still und rein den Segen, In seine Funkeläuglein eingegossen, Das hohe Stirnchen leuchtete wie Schnee, Und um die Lippen spielt’ ein süsses Lächeln, Ein frohbewusstes, überglückliches. Ein Wonnelaut ringt aus dem Mund sich los, Ein zweiter noch: „Mama, Papa, ah, ah! —“ Und jeden ruft’s zum Zeugen seiner Kraft, Und jede wirbt’s als Freundin seiner Grösse, Die ihm die Brust mit Hochgefühlen schwellt, Und jeder steht und starrt und staunt. Der Tante wackeln ihre grauen Locken, Und selbst der Strickstrumpf wackelt ihr erregt, Die Köchin schwingt den Löffel triumphierend, Dass ganze Bäche Suppe niederträufeln, Auguste hält die Schippe wie verzaubert Und stützt sich auf den langen Kehrichtbesen, Die Mutter nur, die küsst ihm beide Bäckchen, Die küsst ihn auf die Stirn mit Freudentränen: ,,Der erste Stand! Sei stets vom ersten Stand! Es ist ein hoher Stand, der Judenstand, Und hohe, reiche Pflichten warten Dein! Steh stets nur stark, dass niemand Dich beirrt, Und keiner Dich zum Wanken bringt und Fallen, Die Mutter ist ja bei Dir, Deine Mutter, Die nie allein Dich lässt und für Dich wacht Und um Dich sorgt vom Morgen bis zum Abend Und Dich behütet auch in allen Nächten: Die Thora, Deine Mutter treu und stark. Sie schau nur an und Du hast wahre Kraft! Sie schau nur an und Du stehst fest und stark! Und wie Du Papa rufst mit reinem Jauchzen, Weil Du zum ersten Male sicher stehst, So rufe ,,Vater“ stets mit klarem Ton Aus hellem Herzen und mit Jubelsinn,