Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 12 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 177 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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EIN GESCHICHTCHEN IN VERSEN Er steht, er steht! Der Jubel hallt durchs Haus, In alle Winde fliegt die stolze Kunde, Zum Giebelstübchen, drein die Tante sitzt, Die gute Tante mit den Hängelocken Und mit dem ewig frohen Jugendsinne, Ins Erdgeschoss zur holden Jungfer Köchin, Dem Erbstück aus urväterlichen Zeiten, Das immer brummt und immer schilt und gröhlt Und doch die treuste Seele ist für alle, Zur Mutter, die mit eilgem Schritte kommt Und sich das Kerlchen freudenvoll betrachtet, Das fest und fest zum erstenmale steht. Ja, hätte man im Hause Telephon, Man möchte es dem Vater rasch berichten, Der dann die Arbeit sicher liegen Hesse. Doch so — s’ ist Freitag und der Sabbath naht, Und Boten kann man drum nicht leicht verschicken, Denn will man eine Königin empfangen, So heisst’s sich sputen, dass dann alles blank Und frisch und festlich draussen sei und drinnen, Im Hause draussen und im Herzen drinnen. Ja, ja, ’s ist ein Ereignis, wert und reif, Dass man es seinen Freunden ausposaune, Vielleicht, dass man den alten Moses riefe, Den treuen, immer engelsguten Diener,