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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 10 (1905) · p. Seite 154

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
10 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 154 (sequence 14)
Language
German
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154 JUNG ISRAEL mit meinem neuen Matrosenanzug mit bem Weißen Kragen und Den blenken Knöpfen in bie Promenade gehen wollen an ben Weiher, wo die Schwäne sind mit den langen Weißen Hälsen nnb bie Fische schnappschnapp machen. Unb ber Jakob kommt auch hin nnb bringt Brot mit zum Füttern, unb jetzt — huhuhu!" „Aber Kärtchen," mahnte Aennchen, „sei hoch klug unb gut, ich kann hoch nicht. Unb bann gehen wir auch balb einmal, wenn ich wieder ganz Wohl bin, zu den Giraffen in den zoologischen Garten und machen mit den Papageien „Babett koch Kaffee" und hören die Musik -- tadadera, tadadera." „Ich will aber heute gehen," stampfte Karl auf, „jetzt gleich will ich gehen!" „Karlchen, sieh doch, wie mein Fuß so rot und so geschwollen ist, da darf man nicht mit! Komm, gib mir die Ziehharmonika." Karl schleppte sie herbei, und die kleine Dulderin, der's gar nicht so recht nach dem Gedudel 51t Mute hxtr, bewegte die Händchen flink hin unb her. Das besänftigte das Herrchen für den Augenblick und es hörte vergnügt 31t. Tann ward das Stillhalten ihm wieder langweilig, wie's auch Großen manchmal geht, die die Kunst vom Stillhalten nicht recht ersaßt ha bem Er riß sein Lederschürzchen herunter und kletterte aufs Schaukelpferd. Das muftte natürlich immer alles schön bereit stehen, das Schaukelpferd und die Ziehharmonika und der Steinbaukasten unb der Helm und die Uniform — einen 'ganzen kleinerr Laden hätte man ausftaffiereu können mit all den Dingen, die besorgte unb verliebte Leute bem Muttersöhnchen oder vielmehr dem Basensöhnchen gebracht hatten. Leute, die besorgt waren um nichts und die verliebt waren ohne Grund. Denn der Appetit, den das Prinzchen vom Morgengrauen bis zum Abenddämmern entwickelte, der war rricht besonders besorgniserregend. Und die Ungeberdigkeit, mit der das Bürschchen zeterte, wenn's einmal ausnahmsweise nicht alles greifen konnte, wonach ihm eben der Sinn stand, die war durchaus nicht zum Verlieben. Aber so geht's, wen nrair in lauter Watte einwickelt, von der kleinen Zehenspitze bis über die Ohren-, der mag nachher immer warn: gehalten fein und derst räubt sich, werln ihn einmal ein Lüftchen umweht. Und weil man im Verdacht hat, er braucht ben Wattebausch, unb einen recht dicken und

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