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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 10 (1905) · p. Seite 153

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
10 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 153 (sequence 13)
Language
German
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JUNG ISRAEL 15:5 Doch wie sollte es auch anders sein? — Am An sang war er ein wenig schwächlich gewesen, da hatte alles lichterloh gebrannt vor lauter Ansregung, und zehn Doktoren waren au Rate gezogen worden, wie men deir „Bubi" großpäppeln mochte. Und der Doktor hatte eine weise Verordnung gegeben und jener eine andere weise Verordnung, und dazu waren noch alle Vettern und Basen gelaufen gekommen uttö voll denen hatte auch wieder jeder etwas Anderes gewußt, daß die Mutter vor lauter Bemitleiden gar llicht mehr ans noch ein wußte und den Kops ganz verloren hatte. Schließlich hatte sie ihn aber doch bald wiedergesunden, den Kopf lläililich, lind sogar ganz heil und ilnversehrt, ltnd batte dell liebwerten Nachbarn uild Verwandten höflich den Stuhl vor die Tür gestellt und gesagt: „So, und jetzt will ich's einnlal auf lneiue Art probierell!" Und das mußte eine gute Art gewesen sein, eine ganz gute Art, sonst hätte das Karlcheu ilicht ein Paar so feste Pausbacken bv' koimilen, wie er sie jetzt unberufen hatte. Alleill heimlich war ihm doch nlanches hinter deru Rücken der Mutter zngesteckt worderl, was nicht hätte fein sollen, manches Medizinmittelchen und lnanches Zuckerplätzchen und manches liebkosende Wörtchen, und welin auch die Mutter klare Augen hatte, recht klare und gesunde Augen, und eineil elltschiebenen Willen, einen recht elltschiedenen und vernünftigen Willen, so hatte sie sich doch nicht lange viel um das Söhnlein kümmeril könnerl, denn da gab's erstens noch mehr Söhnchen urld auch Töchterchell, und dann mußte sie stets im Geschäfte seill, sobald der Vater uilterwegs war. Drum hatte das Kärtchen vor der Mutter zwar eine gewisse Scheu, so eine Scheu, wie sie alle Kinder haben sollen, aus Ehrfurcht und aus Liebe gemischt, uild unruhig, lvenn nian sich eines Unrechtes bewußt ist. Aber sonst war's doch ziemlich verzärtelt und verloeichlicht ilnd hatte fast immer nur gemerkt, wie andere Leute ihm 31t Willen lebten, und hatte noch gar llicht im miudesten gelernt, seinen Willen eillmal und mehr als einmal einem kräftigeu, höheren lnld reineren Willen unterzuordnen. Drum war's auch stets ungeberdig, welln ihnl etlvas gegen dell Kamm ging, und druul war's auch heute böse, bitterböse, weil das Aennchen nicht so tun konnte, wie er just tun mochte. „Hnhuhu!" heulte er plötzlich, mitten im schönsten und friedlichstell Trompetenblafen, daß das Aennchen ganz erschrocken anffuhr, gleich aber wieder mit einem leisen Schrei zurücksank. „Druril Hab ich heut

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