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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 10 (1905) · p. Seite 155

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
10 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 155 (sequence 15)
Language
German
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JUNG ISRAEL _Uk> umfangreichen, dem läßt mau ihm, und wenn er auch schon lang wetterfest ist. Aenncherr richtete sich wieder mühsam empor. Sie hatte die Zähne von kleirraus immer aufeinander gebissen, werrn das Wattekindchen sich recht keck gezeigt hatte. Sie war die große Tochter, eine kleine große Tochter noch, allein immerhin schon von jeher die große Tochter. Ta nmßte man das Schreien unterdriicken, sobald inan einigermaßen zu. Verstand gelangt lvar, weil man gehalten war, das Schreien vorr den anderer: zu beschwichtigen. Und das gibt sich dann garrz von selbst, daß man dann nicht Zeit und nicht Laune bat, sich so lieb zu haben, wenn nran andere lieb haben muß, und das ist eine große und gute Sache, andere so recht herzlich und voll lieb zu haben rurd sich selbst driiber vergessen zu können. Sie war auch rrie mit so besonders zarter: Händen angefaßt worden, nur so, wie's bei der Mutter bei jedern Kind Sitte lvar: gerecht und lgrad und freundlich So war das Aenncherr vielleicht ein Spürchen gesetzter und ernsthafter geworden als sorrst wohl die Kinder, allein doch kerngesund rrnd lebhaft. Urrd zur kleinen Heldin im Ertragen schien sich's auch entwickelt zu haberr, sorrst hätte es bei feilten Schmerzen nicht so gedrrldig urrd rurbeweglich bleiben urrd dazu noch dem ungezogenen Brüderchen Widerpart halterr tonnen. Das mag nur noch ein Weilchen weiter so toben und so rrnstät urrd eigenwillig sein, da wird die Mutter, die ja wohl lveiß, was sich für Kinder schickt und nicht schickt, schorr einnral kräftig die Zügel arrpackerr rurd wird sich ausbitten, den verwöhnten Herrn eirr paar Wocherr alteirr rmd ununterbrochen regieren zrr könnerr. Dann lvird's sich schon allnrählich machen, dafür ist ja das Karlchen das Kind vorr feiner Mutter. Und dein braven Aernrcheu, dem geht's sicher rroch einmal gut, das wird später vorr seiner stillen Liebe, die es den .Kleinen rnitgeteilt rurd von der sich's so wenig rnitgeteilt hat, auch vielen Großen mitteiten, rurd das wird feine eigenen Schmerzerr tragen körrnerr rrrrd rroch arrderer Lerrte Schnrerzerr dazrr, urrd während es Schnrerzerrskirrd ist, wird es zrrgleich Frohmutskind sein, weil's mit befreitem Auge soviel Schönes urrd Grrtes auf der Welt scharrt, urrd dann wird's eirr echtes Gotteskind fein: Getreu im Schirrerz rrnd standhaft irr der Frerrde. (Arrs denr Fr. Jsr. Fbl.i

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