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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 10 (1905) · p. Seite 152

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
10 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 152 (sequence 12)
Language
German
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152 _ JUNG ISRAEL ten König gesandt. Unterwegs überfielen ihn Räuber und nahmen ihm seine kostbaren Kleider und Geschenke. Nach vielen Mühsalen gelangte er in eine Stadt, wo sich ein Schuhmacher seiner annahm. „Was hast du gelernt?-" fragte ihn dieser. „Nichts," erwiderte der arme Königssohn. „Ich will dir einen guten Rat geben," sagte der Meister; „einstweilen mußt du arbeiten. Es ist möglich, daß du später einmal in deine Heimat znrückkehren kannst. Willst du dir aber jetzt deinen Lebensunterhalt verdienen, so gehe in den Wald und fälle Holz; gelingt dir diese Arbeit, so sollst du bei mir das Schuhmacherhandwerk erlernen." Haltet euch, liebe Kinder, die weise Lehre dieser Erzählung stets vor Augen. Sie sagt euch, daß das Handwerk, schafft es auch nicht gleich Reichtümer, dem Fleißigen und Strebsamen die nötigen Mittel?jii behaglicher Lebensweise bietet, vor allen Dingen aber frei und unabhängig macht. Wer seiit Handwerk versteht, kann sich stets auf seine eigene Kraft verlassen und braucht niemals aus die demütigende Unterstützung anderer angewiesen zu fein. Vom geduldigen Aennchen und vom unwilligen Karlchen Das Aenncheu hatte sich den Fuß vertreten — ach, tat das weh! Und das Karlchen war ungehalten darüber — ganz außer sich lvar der Knirps! Nicht weil's ihm sonderlich leid gewesen wäre, daß das Aennchelt von der Mutter irur vom Bett aufs Sofa und vorn Sofa aufs Bett getragen wurde und daß es so sM und steif-immer daliegen mußte und sich gar nicht riihren konnte! O nein, das Ivar's nicht. Karl hatte ja sein Schwesterchen in seiner Art recht lieb — unbestreitbar: Niemand konnte so fein mit ihm Haschen und Gäulchen spielen und niemand so nette Schlasliedchen singen als das Aennchen. Und von keinem auch schmeckte der Griesbrei so ausgezeichnet wie von ihm. Aber trotzdeni, so dankbar lieb haben und mit ihm weinen, weil's eben Schmerzen hatte — das verstand der kleine Kerl noch nicht.

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