Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 7 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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V 100 JUNG ISRAEL Die vier Sabbathe VON DR. DOCTOR, BEZIRKSRABBIXER IX BRUCHSAL I. SABBATH SCH’KOLIM Ihr wißt, meine lieben Kinder, daß das gewöhnliche jüdische Jahr zwölf Monate und das Schaltjahr 13 Monate hat. Iw Schaltjahr wird nämlich der sogenannte erste Adar eingeschoben. Weil dieser Monat nur eiugeschobeu ist, wird nicht in i h m das schöne Purimfest gefeiert, sondern erst im zweiten Adar. An dem Sabbath, in welchem nun der Anfang des Adarmonats mit dem Purimfest in der Synagoge feierlich verkündet wird, wird aus zwei Thorarollen vorgelesen, und zwar aus der ersten der laufende Wochenabschnitt und aus der zweiten die Verordnung von den Schekelabgaben. Daher heißt dieser Sabbath: Sabbath Sch'kolim. Der Schekel ist eine Münze, deren Wert nach heutigem Gelde etwa 2 Mark 60 Pfennige beträgt. Nun höret, wie die Verordnung, welche im zweiten Buch Moses, Kapitel 29, Vers 11, beginnt, kurz zusammengefaßt, lautet: „Gott sprach 31t Moses: Wenn du die Kopfzahl der Kinder Israels feststellst, um sie zu zählen, so soll bei dieser Zählung jeder als Sühnegeld für feine Seele dem Ewigen einen halben Schekel spenden. Jeder Mann von 20 Jahren an und darüber soll die gleiche Spende geben, also der Reiche darf nicht m ehr und der Arme darf nicht w e u i g e r als einen halben Schekel geben. Dies Geld verwende zum Dienst des Stiftzeltes und es sei Israels Söhnen zum Gedenken vor Gott, um euren Söhnen Versöhnung zu bringen." Wir, meine Lieben, brauchen diese Abgabe, die auch zur Zeit des Tempels für den gesamten Opferdienst entrichtet wurde, nicht mehr zu spenden. Aber wenn uns dennoch jedes Jahr dieser Abschnitt vorgelesen wird, so hat das sicher eine gute Bedeutung für uns. Ich will euch auf zwei Dinge aufmerksam machen: 1. jeder hat einen halben Schekel zu entrichten und 2. reich und arm hat dieselbe Spende darzubringen.