Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 6 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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JUNG ISRAEL. 93 daher, mein Fürst, auf welche Weise diese dem Lande drohende Gefahr noch abzuwenden ist." Pharao erwiderte betroffen: „Was bleibt uns noch zu tun übrig? Was wir bis jetzt aussannen, um die Macht der Hebräer zu schwächen, verfehlte seinen Zweck. Gib du jetzt an, wie wir ihnen beikommen!" „Der König möge," versetzte Bileam, „doch erst die Meinung der anderen Räte vernehmen, dann will auch ich die meknige Vorbringen." Aufgefordert zum Sprechen, nahm jetzt Röul der Midjanite, damals einer von den Räten des ägyptischen Königs, das Wort, also beginnend: „Lange lebe der König! Willst du meinem Rate folgen, so laß ab von den Hebräern, tu ihnen nichts zr; Leide. Schon seit grauer Zeit hat ihr Gott Gefallen an ihnen gefunden und sie stets beschützt. Wer Hand an sie legt, bleibt nicht ungestraft. Weißt du nicht, mit welchen Plagen dein Dorfahr heimgesucht wurde, da er die Gattin ihres Urahns Abraham in seinen Palast nahm? Nicht besser erging es dem König von Gerar. So ward auch ein anderer ihrer Urväter, Jakob, aus den Händen seines ihn verfolgenden Bruders errettet. Nichts vermochte der aramäische Laban, nichts die Fürsten Kenaans gegen ihn auszurichten. Der König dieses Landes sogar — dein Großvater — sah sich veranlaßt, Joseph zur höchsten Würde zu erheben, dessen Weisheit erkennend, womit er Ägypten vor Hungersnot bewahrte. Deshalb wurden doch den Hebräern sichere Wohnstätten im Lande Gosen angewiesen, weil Ägypten ihnen seine Erhaltung verdankt. Darum verfolge die Israeliten nicht weiter. Steht ihr Aufenthalt im Lande dir nicht an, so gewähre ihnen freien Abzug, entlasse sie nach dem Lande Kanaan, wo ihre Väter weilten." Diese Worte mißfielen Pharao, sein Zorn entbrannte aufs höchste. Röul ward sofort aus dem Rate gewiesen und verließ Ägypten zur selben Stunde. „Jjob aus Uz, gib du nun deine Meinung kund!" rief jetzt der König, „was mit den Hebräern beginnen?" Jjob öffnete nicht seine Lippen, schweigend vielmehr deutete er an, der König möge ganz nach eigenem Ermessen verfahren. Da erhob sich Bileam wiederum und sprach: „O mein König, du hast wahrgenommen, wie alle Versuche, den Hebräern beizukommen, bis jetzt scheiterten. So wird es auch ferner der Fall sein, wenn du meinem Rate nicht folgest. Glaubst du etwa durch Feuer sie vertilgen zu können? Da täuschest du dich, mein Fürst; blieb ja Abraham, ihr Ahn, selbst im Feuerofen, worin jener König von Babylon ihn werfen ließ, unversehrt! Willst du sie mit dem Schwerte, mit Stahl und Eisen töten? Bedenke,