Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 6 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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92 JUNG ISRAEL Juden Ackerbau treiben. Das war im Anfang sehr schwer, weil wenige Juden etwas von Ackerbau verstehen. Aber in der ersten Zeit hat Baron Alphons Rothschild aus Paris die Kolonisten unterstützt, und jetzt wird von den hinterlassenen Stiftungen des verstorbenen Baron Hirsch noch viel für die Kolonien im heiligen Lande getan. Viele jüdische Kolonisten Palästinas sind aber auch schon ganz selbständig, und es sind sehr gute Landwirte unter ihnen. Unsere Bilder zeigen betende Juden (der in der Mitte mit dem Hute auf dem Kopfe ist ein Aschkenasi, die beiden anderen sind sephardische orientalische Juden) und jüdische Schuhputzer (mit dem „Fez" als Kopfbedeckung). Das dritte Bild stellt überhaupt keine Juden vor, sondern Araber aus Palästina, wie sie tu der alten Art, die schon vor Jahrtausenden üblich war, Korn messen. harao unö öie neugeborenen Anaken. Nach einer jüdischen Sage von Dr. B. BEER. Mehrere Jahre waren verflossen. Trotz härtester Bedrückung hatte sich das israelitische Volk doch immer noch vermehrt. Da träumte dem Pharao, als säße er auf seinem königlichen Thron, vor ihm ein alter Mann mit einer Wage in den Händen, die er im Begriffe war, vor Pharao aufzuhängen. Als dies geschehen, erfaßte der alte Mann die Fürsten, Vornehmen und Ältesten Ägyptens, sowie dessen Bewohner allesamt, Männer, Weiber und Kinder, band sie an einander und legte sie in die eine Wagschale, in die andere Schale tat er weiter nichts als ein junges Milchschaf. Dettnoch sank die letztere Schale. Pharao erstaunte über die wunderbare Erscheinung, daß das kleine Lamm, womit die eine Schale gefüllt war, schwerer wiege, als die sämtlichen Bewohner des Landes, die in der anderen Schale sich befanden. Erwacht ließ Pharao sogleich alle Weisen, Zauberer und Wahrsager im Lande vor sich kommen, erzählte ihnen den Inhalt seines Traumes und wünschte dessen Deutung zu kennen. Da ergriff Bileam das Wort und sprach: „Wisse, o König, dieser Traum bedeutet ein großes Ungemach, das über Ägypten hereinbrechen wird. Unter den Hebräern wird ein Knabe geboren werden, der, wenn er erwachsen, das Land verwüsten, die Herrschaft der Ägypter schwächen, dagegen die Israeliten erheben und sie mit starker Hand aus dem Lande führen wird. Die Tugend jenes Knaben wird alle überlreffen, und sein Name wird in immerwährendem rühmlichen Andenken bleiben. Erwäge