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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 6 (1905) · p. Seite 94

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
6 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 94 (sequence 16)
Language
German
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94 JUNO ISRAEL daß auch von solchem- Tode einer ihrer Urväter, Isaak, gerettet und statt seiner ein Widder hingeopfert wurde! Wähnst du mit Steinen sie tot zu werfen? Auch dies wird dir nicht gelingen, denn sie sind Söhne Jakobs, dessen Macht einem Felsen gleicht (1. Mos. 49, 24). Ebenso wenig werden die schwersten und härtesten Arbeiten sie aufreiben, ihr Vater Jakob, so sehr auch Labau ihn knechtete, unterlag nicht! Nur ein Mittel gibt's, die Hebräer zu vernichten. Gib sie dem Wassertode preis! Keiner ihrer Altvorderen ward vom Wasser noch errettet! Des Himmels Ahndung ob solcher Tat hast du auch dann nicht zu furchten, denn eine solche Ahndung folgt nur Maß für Maß. Mit Wasserflut aber werden die Irdischen nicht mehr heimgesucht, so lehrt uns eine alte Überlieferung. Darum befiehl, o König, daß alle neugeborenen Knaben der Hebräer in den Fluß geworfen werden! Der König zögerte nicht, einen solchen Befehl alsbald zu erlassen. Um aber dessen ungeschmälerte Ausführung zu sichern, durften von nun an bloß Ägypterinnen die Pflege der neugeborenen Kinder der Hebräer übernehmen. Sobald ein Knabe geboren wurde, mußte er ins Wasser geworfen werden. Doch Gottes Fürsorge zur Erhaltung der in den Fluß geworfenen Knaben offenbarte sich wunderbar. Der Strom spülte sie lebend aus und warf sie an die steinerfüllten Ufer der nahen Wüste. Hier entfloß den sie umringenden Steinblöcken Honig und Öl zur Nahrung und Salbung der Kleinen bis sie heranwuchsen. Drei Jahre und vier Monate waren den Israeliten in so angst- und schreckenvoller Weise dahingegaugen, da erschienen eines Morgens — es war am 7. Tage des zwölften Monats (Adar) — die Wahrsager und Sterndeuter unvermutet vor Pharao und ließen sich also vernehmen: „Heute, o Fürst, wird der Knabe geboren, der das israelitische Volk befreien wird! Doch ward uns nicht offenbart, ob jener Knabe hebräischen oder ägyptischen Stammes sein wird!" Wohlan, herrschte Pharao sie an, so möge man von nun an und bis jener Knabe seinem Schicksale erlegen ist, alle Neugeborenen männlichen Geschlechts ohne Unterschied, Hebräer wie Ägypter, in den Fluß werfen. — Und also geschah es. Kon ht Kmmöschaft. Alle menschlichen Tugenden zeigt uns die heilige Schrift in anschaulicher und für groß und klein verständlicher Weise. Herrliche Charaktergestalten sind es, die die Bibel, dieses große Erziehungsbuch für die Menschheit, uns vorführt.

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