Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 6 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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91 JUNG ISRAEL. sehr gewachsen. Sie zählt heute im ganzen etwa 70 000 Einwohner, wovon ungefähr 40 0O0, also jedenfalls viel mehr als die Hälfte, Juden sind. Viele der dortigen Juden leben auch in kleinen neuen jüdischen Stadtteilen, die vor der eigentlichen Stadt angelegt sind, weil die Altstadt sehr eng gebaut und daher ungesund ist. So haben die Juden von Bochara (Russisch-Westasien), von Knien (in Süd-Arabien) und viele andere ihre kleinen Vorstädte rings um Jerusalem herum. Die Armut unter den Juden Palästinas und besonders Jerusalems ist sehr groß. Darum sammeln auch viele Juden in der ganzen Welt Geld, um die armen Glaubensgenossen, die im heiligen Lande leben, zu unterstützen. Diese Geldsammlungen, Chaluka genannt, reichen aber nicht UfclSCtl aus, um die vielen Tausende zu ernähren, und man tut jetzt mancherlei, um Gewerbe und Industrie unter den Juden Palästinas einzuführen. Bisher beschäftigten sich die meisten Juden, die da von den Unterstützungen der Chaluka lebten, mit Beten und „Lernen", das heißt Studium der Bibel und der alten jüdischen Literatur. Die eingewanderten Juden kamen auch meist schon als alte Leute nach Palästina, um dort einmal begraben zu werden. In der letzten Zeit aber kommen auch viele junge Leute dorthin, um den Boden zu bearbeiten und um frei von Verfolgungen dort leben zu können. Es sind meistens russische Juden, aber auch viele andere darunter. Es gibt jetzt schon fast vierzig jüdische Kolonien und größere Güter in Palästina, wo