Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 6 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JUNG ISRAEL. 87 Als wir in der Stadt waren und ich nun in der Nähe des berühmten angesehenen und gelehrten R. Obadjah war, tat ich ihm mein Herz auf, und erzählte ihm, wie ich meine Familie in. meinem Geburtsorte verlassen, um unter seinen Fittigen mich zu bergen und bei ihm meine Studien fortzusetzen. Er hatte für mich das Aussehen eines alten mitleidsvollen Mannes, und er sagte mir: ich werde mein Augenmerk auf dich richten, ich werde dich wie meinen Sohn behandeln. Möge Gott ihn immer beschützen und seine Jahre in Fülle und Glückseligkeit verleben lassen!; I,-L. Jerusalem hat an 200 jüdische Familien, die sich von jeder Sünde fern halten und mit großem Eifer Gottes Gebote erfüllen. Alles ohne Unterschied, reich und arm, versammelt sich am Abend, Morgen und Mittag, um die Gebete zu verrichten: es sind hier zwei gottesfürchtige Chasanim, die sehr andächtig vorbeten und jede Silbe verständlich aussprechen. Die ganze Gemeinde beeilt sich, jeden Tag zweimal die Vorträge des 80 jährigen greisen Rabbi Sccharja Sephardi — Gott segne ihn und seine Nachkommen — zu hören; er hält diese, um nicht dem Publikum lästig zu werden, nur eine Viertelstunde nach dem Morgen- und Abendgebete. Der hochgelehrte Rabbi Obadjah hält bloß zwei- oder dreimal im Jahre Vorträge an Peßach, Schebuoth und Sukkoth, auch manchmal in den Bußetagen. Viele bleiben nach dem Gebete und nach den Vorträgen in der