Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 5 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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77 JUNG ISRAEL. sind. Auf der Straße nach diesem Dorfe sah ich drei Gräber: 1. das des R. Zehuda Hanenasch, worauf nur ein kleiner Steinhaufen ist; 2. das Grab R. Tarphons, worauf ein schönes Monument steht; ein wenig weiter 3. das Grab des R. Josef, Sohn Kisma's, worauf ebenfalls ein Steinhaufen ist. Sodann kamen wir in das Dorf und sahen die Höhle, wo Hillel mit seinen 24 Schülern begraben ist. Nahe daran ist eine andere Höhle, in der ebenfalls 22 Grabmäler sind, die man für die der Schüler des Simon, Sohn Jochai's in Ako wohnend, ausgibt, dann nahe davon am Abhange des Berges ist ein außerordentlich schönes Monument, das man bis Sapheth sieht, und neben diesen sind die Grabstätten ihrer Frauen, worauf man aber nichts besonderes sieht. Man erzählt, daß man schon mehrmals versucht hat, etwas dahin zu bauen, was aber über Nacht zerstört wurde, ich kann nicht mit Gewißheit behaupten, ob dieses wahr sei; hernach sah ich das Grab Schamais und dessen Frau, welches in einem Steine von einer Größe, wie ich ihn noch nie gesehen habe, gehauen ist; unter diesem Steine ist eine Höhle, in der die Schüler Schamais begraben sein sollen. Auch sah ich die Synagoge des R. Simon, Sohn des Jochai nebst einem großen Steingebäude, das aber zerstört, und von dem nur eine Wand stehen geblieben ist; die Leute von Sapheth haben als Tradition, daß wenn die Mauer einstürzt, man auf die baldige Ankunft des Messias rechnen könne. Man erzählt mir, daß während der Austreibung der Juden aus Spanien 'ein Blitz in diese Mauer gefahren, so daß sie einzustürzen begann, und die Einwohner von Sapheth haben diesen Tag zum Freudentag gemacht. In der Nähe von Sapheth gibt es noch ein Dorf, Ako genannt, und einen andern Ort, Namens Alma, und noch andere Plätze, wo man die Gräber vieler jüdischer Weisen zeigt; ich habe sie leider nicht sehen können, weil ich die meiste Zeit meines Aufenthaltes in Sapheth bettlägerig war. An den Orten, die ich erwähnt, habe ich gebetet und an den meisten Lichter angezündet; überhaupt erzähle ich nicht, was man mir mitgeteilt hat; nur was ich gesehen habe, beschreibe ich. Schluß folgt.