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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 5 (1905) · p. Seite 76

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
5 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 76 (sequence 14)
Language
German
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76 JUNG ISRAEL. Schmutz auszugehen, selbst im Sommer ist es beschwerlich, in den Straßen herumzugehen, weil man immer bergan und bergab zu steigen hat. Die Erde ist aber gut und fett, und besonders ist das Wasser vortrefflich. Was ich bestätigen kann, ist, daß es hier eine große Anzahl alter Leute, die mehr als 60 und 70 Jahre zählen, gibt; ich habe sogar einen von 130 Jahren, der noch ganz rüstig war, gesehen. Die Gemeinde daselbst ist 300 Familien stark; die meisten Juden haben Läden mit Gewürzen, Käse, Ol, Hülsenfrüchten und Obst; ich habe gehört, daß ein solcher Laden mit einem Kapitale von 25 Ducaten 5 Personen ernähren kann. Die Lebensmittel sind hier überhaupt zu sehr billigen Preisen zu haben. Der Gelehrte Rabbiner Perez Colubo, der das Oberhaupt der Gemeinde ist, hat uns das sehr freundliche Anerbieten gemacht, uns mit allem Nötigen zu versorgen und uns zu unterrichten, alles dies für 12 Ducaten jährlich. Die Gemeinde gibt ihm einen jährlichen Gehalt, die Summe ist mir unbekannt, jedoch treibt er auch Geschäfte mit Eßwaren, um seinen Speisegebrauch dabei zu gewinnen. Rings um Sapheth gibt es viele Höhlen, in denen große und fromme Leute begraben sind. Die meisten sind an 6 Meilen von der Stadt entfernt. Ich habe einige von diesen Gräbern gesehen und will euch nun erzählen, was ich gehört, und was ich mit eigenen Augen gesehen habe. Erstens: Nahe am Judenviertel ist das Grabmal des Propheten Hosea; es ist kein Monument darauf, sondern nur ein großer Stein auf dem Grabe, ich habe sogleich nach meiner Ankunft in Saphet da gebetet. 2000 Ellen weit von Sapheth ist das Grab R. Jehudai, Sohn des 3t. Jlai neben einem kleinen Dorfe Am Seitun genannt, es ist ein schönes Monument auf dem Grabe; man zündet hier Lichter an. Ich ging dahin, betete und zündete ebenfalls Lichter an. Ich habe mit einer arabischen Frau gesprochen, die vom Mandelbaume, der auf diesem Grab sich befindet, herabgestürzt ist. Dieser Sturz geschah, weil sie über diesen frommen Mann unanständige Reden, die sie vielleicht früher von andern aussprechen hörte, geäußert. Die Frau erzählte mir, daß sie mit eigenen Augen gesehen, wie junge Leute sie gestoßen haben, so daß sie 40 Ellen weit fiel und die Arme brach; ferner sagte sie mir, daß der fromme Mann ihr hier im Traume erschienen ist; sie bereuete sodann ihren Übermut, zündete Lichter auf seinem Grabe an und wurde wieder gesund; die Araber halten diesen Ort in Ehren und zünden da ebenfalls Lichter an. Sechs Meilen weit von Sapheth ist ein Dorf Namens Aleron, wo ebenfalls viele große fromme Leute, die ich nennen werde, begraben

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