Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 5 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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74 JUNG ISRAEL. Es ist ein alter Brauch, der noch heute recht häufig anzutreffen ist und dem die Karnevalscherze ihre Entstehung verdanken, daß besonders die Kinder am Purim sich maskieren, ,,verstellen" nennt man es in gewissen Gegenden. Der kleine Max sollte sich nun auch ,,verstellen", um selbst eine Freude zu haben und dem guten Großvater eine freudige Überraschung zu bereiten. Also setzte die Mutter dem Kleinen einen hohen Hut auf, in dem der kleine Kerl ganz verschwunden wäre, hätte er nicht etwas abstehende Ohren gehabt, an denen der Hut einen Widerstand fand, zog ihm einen dunklen Rock seines älteren Bruders an, band ihm eine Maske vor's Gesicht und gab ihm ein großes Buch in die Hand. Die Maske hatte einen langen weißen Bart und war mit einer großen Brille versehen. Max sollte wohl einen großen Gelehrten vorstellen. So wird er nun zum Großvater gebracht, der in der Nachbarschaft wohnt. Der kleine ,.große Gelehrte" tritt nun würdevoll ein und macht eine tiefe Verbeugung. „Willkommen, Herr Doktor!" ruft ihm der Großvater zu, „nehmen Sie gefälligst Platz." Max setzt sich langsam hin, klappt das große Buch auf, schiebt sich die Brille zurecht und nimmt unter der Maske einen furchtbar gelehrten Gesichtsausdruck an. Es werden nun verschiedene Fragen an ihn gerichtet, die er aber nur mit Nicken und Geberden beantwortet; er spricht natürlich kein Wort, um sich nicht zu verraten. Da er beharrliches Schweigen bewahrt, was bekanntlich nicht ganz leicht ist, sagt der Großvater zu seiner Frau: „Ich würde mich riesig freuen, wenn unser kleiner Max auch als Maske zu uns käme; ich habe so schöne Schokolade für ihn gekauft." Da läßt sich eine Stimme unter der Maske vernehmen: „Ach, Du denkst wohl, Großpapa, ich werde Dir sagen, daß ich Max bin? O nein, ich verrate mich nicht!" Schallendes Lachen und eine große Tafel Schokolade waren die Antwort darauf. Die Schokolade soll Max vortrefflich gemundet haben. (Fortsetzung.) Die Venetianer bringen nach Damaskus und Beiruth Gold, Silber, Kupfer, Zinn, feine und grobe Kleiderstoffe, und führen zurück Pfeffer, Ingwer und andere Arten Gewürze, Seide und Cordovanleder, manch-