Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 5 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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72 JUNG ISRAEL. leuchtet dir ein Hoffnungsstrahl, von keiner Seite winkt dir Hilfe und Rettung. Armer Salomon! Besser ist's auf den Ewigen zu vertrauen als sich auf Menschen zu verlassen. Die Prozeßakten waren dem Landesfürsten zur Bestätigung eingeschickt worden. Kaum zum Manne gereift, war er an die Spitze seines Landes gestellt worden. So große Mühe die ihn umgebenden Personen sich auch gaben, den jungen Fürsten von ihrem Rat abhängig zu machen, so mußten sie bald die Wahrnehmung machen, daß er seine eigenen Wege ging. Zwar hörte er den Ral aller Vertrauten der Krone, doch zu ihrem Erstaunen waren seine Entschlüsse und Handlungen zumeist der Ausfluß seines eigenen Denkens und nicht selten den Wünschen und dem Willen seiner Ratgeber entgegengesetzt. Diese Selbständigkeit im Denken und Handeln hatte ihm bald die Liebe und Verehrung des Volkes eingebracht. Nur die Höflinge waren enttäuscht und unzufrieden. Ihnen wäre ein Fürst, der sich ihrem Willen unterordnete, lieber gewesen. Der Ernst des Lebens aber, der schon früh an ihn herangetreten war, hatte ihn zur Selbständigkeit erzogen. Als vierzehnjähriger Knabe hatte der Fürst am Sterbebette seiner geliebten Mutter gestanden. Die Fürstin hatte ihn noch einmal an ihr Herz gedrückt und ihn mit schwindender Kraft ermahnt: „Mein teurer Sohn, laß mich dir einen Spruch empfehlen, den du wahren mögest: ,Vertraue niemand außer Gott!'" Ein Jahr nach dem Tode der Fürstin heiratete der Fürst wieder, und nun hatte der Erbprinz Karl eine Todfeindin, bevor er dies begreifen konnte. «Fortsetzung folgt.) Ein Fest, so recht für die Kinder geschaffen, ist das Purimfest. Was alles kündet uns nicht dieses Fest, das eigentlich gar kein „Jomtow" ist. Es erinnert uns an Esther, jenes jüdische Mädchen, das unter der sorgsamen Erziehung ihres Verwandten Mordechai zu einer schönen, sittsamen und bescheidenen Jungfrau heranwuchs und die Gunst aller Diener des Königs und auch des letzteren Wohlgefallen genoß und sogar zur Königin an Vastis Stelle erhoben wurde. Das Fest erzählt uns ferner von Mordechai, dem frommen Juden, der dem Könige das Leben rettete und