Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 4 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9620171-9626617-9622660--1452-9622675- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
JUNG ISRAEL. 59 Vergeltung. Za dem Wochenabschnite wird uns erzählt, in wie heimtückischer Weise die Amalekiten die nichts ahnenden und ihres Weges ruhig ziehenden Israeliten überfielen. Daran wird die Mahnung geknüpft: „Austilgen sollst du das Andenken Amaleks unter dem Himmel! Vergiß es nicht!" Solomon h. Solomon. lsrhudo lkpltrin. L.-J •1’lPE Vk - ■ i .-t: Zch höre int Geiste so manchen jungen Leser fragen: „Wie vereint sich diese harte Bestimmung mit dem Gebote der Nächstenliebe? Sollen wir nicht nach den Satzungen unserer Religion uns fern halten von Zorn und Rache? Wird uns nicht wiedrholt ans Herz gelegt, großmütig und menschenfrenndlich gegen jedermann, selbst gegen unsere ärgsten Feinde zu sein?" Deine edle Gesinnung, mein junger Freund, macht dir Ehre und bereitet mir Freude. Aber bedenke! Wenn jemand sich auf irgend eine Weise vergangen hat, er bereut aber seinen Fehler, bittet um Vergebung und gelobt Besserung, dann gebietet uns die Pflicht der Nächstenliebe, ihm zu vergeben, ihm brüderlich die Hand zur Versöhnung zu reichen. Sollte aber auch einem verhaßten Bösewicht, der seinen Nebenmenschen arglistig des guten Rufes, des Besitztums oder gar des Lebens beraubt, großmütig verziehen werden? Nein! Zur Sicherung der Gesellschaft, zur Aufrechterhaltung der Weltordnung sind die Gesetze da, die erforderlichen-