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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 2 (1905) · p. Seite 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
2 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 24 (sequence 10)
Language
German
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fl :<r*: 24 JUNG ISRAEL. Leiden, die deine grausamen Brüder über dich gebracht haben. Ich fühle und weine mit dir. Ertrage das unabänderliche Verhängnis mit Gednld und Hingebung. Habe Gott stets vor Augen und im Herzen, er wird dich dann nicht verlassen und wird einst deine Leiden in Freuden umwandeln!" O, wie wohltuend wirkten diese Trostworte aus das wunde Herz des unglücklichen Jünglings. Langsam erhob er sich und warf noch einen wehmutvollen Blick auf den Grabhügel, Nach und nach hatte sich das Dunkel zerstreut, und am dichtgestirnten Himmel erglänzte der Mond in seiner ganzen Lichtfülle. Die Peiniger Josephs hatten sich von ihrem Schrecken bald erholt und trieben unter Fluchen und Schlägen den armen Sklaven zu schnellerem Gange an. „O, habt Erbarmen mit einem Unglücklichen," bat Joseph flehentlich, „führt mich zu meinem alten Vater zurück, er wird euch eure Mühe reichlich lohnen!" Allein die hartherzigen Jsmaeliten achteten nicht seiner Bitten und Tränen, sondern fuhren fort, ihn zu mißhandeln und zu verspotten. Da plötzlich brach ein heftiges Gewitter los, Blitze durchzuckten die Luft, ein orkanartiger Sturm wirbelte den Sand auf, der die ganze Karawane wie eine Wolke bedeckte, die Erde erbebte, die Kamele bäumten sich und wollten nicht von der Stelle gehen. Die Furcht vor der drohenden Vernichtung hatte den Sinn der Barbaren geändert. Sie erkannten ihr Unrecht und baten Joseph mit erhobenen Händen, er möchte doch zu seinem Gotte beten, damit er seinen Zorn besänftige. Und siehe! Auf Josephs inbrünstiges Gebet legte sich der rasende Sturm, der Donner ließ nach, und friedlich blickten die Sterne hernieder auf den sich langsam fortbewegenden Zug. Die freundliche Behandlung, die jetzt Joseph zuteil wurde, und die am Grabe der Mutter vernommenen Worte ließen den Jüngling seine traurige Lage geduldig ertragen.

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