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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 9 (sequence 16)
Language
German
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9 JUNG ISRAEL. z_„___ . _ _ ■ * . o-. angesehen hatte, da ging er ihnen still nach, in die weite, breite, ver- L finsterte Welt hinein . . . Und noch bis heute ist er in der Welt. Er sieht aus wie ein kleiner Junge, nur ganz andere Augen hat er, blaue, so blaue . . . nun, Ihr wißt ja ... . Mannhaftigkeit. Seid mannhaft! Diese Mahnung richten wir an euch alle. Es soll damit gesagt sein: Sei auf deinem Posten! Tu deine volle Pflicht und Schuldigkeit! Sei standhaft, mutvoll in Gefahr, beherzt im Unglück! Bleib bescheiden im Gluck! Kurz: Latz dich erziehen und erzieh dich selbst in den Tugenden eines echten Mannes! Du folgst dann der Mahnung unserer Lehre, unserer unvergänglichen Geschichte. - Im dieswöchigen Thoraabschnitte rfcp wird erzählt: Als Mose herangewachsen war, ging er hinaus zu seinen Brüdern und sah ihren schweren Frondienst, und er sah, wie ein ägyptischer Mann einen hebräischen Mann schlug. „Und er wandte sich nach allen Seiten um, und als er sah, daß kein Mann da war, erschlug er den Ägypter." Mosis Liebe zu seinen geknechteten Volksgenossen, sein hochentwickeltes Gerechtigkeitsgefühl konnten es nicht länger geduldig ansehen, daß Barbarei und Herzlosigkeit über die Schwäche triumphierten. Er sieht, daß kein Mann da war, der der Ungerechtigkeit entgegenträte und den Unterdrückten zu ihrem Recht verhälfe. Da läßt er sich von gerechtem Zorn Hinreißen und erschlägt den Ägypter. Durch diese Tat glaubte er vielleicht, sich den Seinen als einen geeigneten Retter zu erkennen zu geben. Aber er sieht, es ist kein Mann da, der ihn versteht; selbst unter den Hebräern ist kein Verständnis für seine Absicht vorhanden. Er gibt deshab zunächst jeden weiteren Versuch, seine Brüder zu befreien, auf und flieht nach Midian. In den „Sprüchen der Väter" (ntx ^D) II. 6. sagt Hillel: „Und an einem Orte, wo es an Männern sehlt, bestrebe du dich, ein Mann zu sein," das will heißen: Siehst du die Unschuld verfolgt, den Schwachen unterdrückt, das Recht gebeugt, so tritt du mannhaft dem Unrecht entgegen. Mehr als je verdient Hillels Mahnung in der Gegenwart Beachtung und Beherzigung. Wir wollen es euch, liebe Kinder, nicht verschweigen, daß die Gegenwart für uns Juden sehr ernst ist. Die Gleich-

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