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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 24 (1898) · p. Seite 358

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
24 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 358 (sequence 8)
Language
German
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358 Der Homer merkte es und rief: „Der Unterricht von gestern war anders du sprachst nicht in dieser weise aus." „Siehst du, mein guter Freund," antwortete der weise, „gestern vertrautest du meinem Unterricht, und heute glaubst du, daß ich geändert habe. Ist das wahres Vertrauen? wenn du durch meinen Unterricht an die schriftliche Lehre glaubst, warum mißtraust du mir in bezug aus die Überlieferung?" Der Heide wurde überzeugt, lernte alles und wurde ein gesetzestreuer Israelit. Ein anderer Hörner hatte durch Zufall gehört, welches Ansehen der Hohepriester genoß. Da dachte er bei sich: „Ich will Israelit werden, um zur würde eines Hohenpriesters zu gelangen." Sein ehrgeiziges Streben trieb ihn zu Schammai, zu dem er sprach: „Uimm mich ins Judentum auf, aber ich will dann hoherpriefter werden!" Schammai wies ihn unwillig ab. Der Heide gind darauf zu hillel; dieser erklärte sich bereit, ihn in das Iudenturn aufzunehinen. Als jener aber darauf dieselbe Bedingung stellte, entgegnete der fromme Habbi: „wer Honig werden will, rnuß erst die Gesetze des Landes kennen lernen. Auch du lerne zuvor im heiligen Gesetze alle Teile, die das hoheprieftertum betreffen." Der Homer studierte die Schrift und kam auch an den Vers: „Ein Unheiliger, der dem Heiligtum naht, soll sterben." Erschrocken zog er die Schlußfolgerung: „Selbst das heilige Volk der Israeliten sind Unheilige in Hinsicht auf das Priestertum, wenn sie nicht der Familie Aarons entstammen. Um wieviel weniger darf ich armer Heide solche sündhafte Hoffnung hegen." Er lief zu hillel und sagte: „(D, gesegnet deine Demut, durch sie bin ich gerettet, der Zorn Schammais hat mich verstoßen, deine Sanftnrut hat mich unter die Fittiche der wahren Gottheit geführt." „Liebe ist der Grundzug der mosaischen Gesetzgebung." Daher war Liebe auch der Inhalt des thatenreichen Lebens hillels. Einst erschien ein Heide vor Schammai. Um ihn zu verspotten, sagte er: „Ich will deinen Glauben annehmen, aber unter der Bedingung, daß du mich die Aenntnis des ganzen Gesetzes in so viel Zeit lehrst, als ich auf einem Fuße stehen kann." Schammai trieb ihn fort. Darauf erschien derselbe wunderliche Uauz vor hillel und machte ihm den gleichen Vorschlag. Der weise lächelte und nahm die h>robe an. Darauf gab er ihn: die ewig denkwürdige Antwort: „was du nicht willst, daß dirs geschehe, das thue auch einem andern nicht! Das ist dje ganze Lehre; alle andern Vorschriften sind eine Folge dieser. Gehe und lerne sie." So hob hillel als den Grundgedanken des ganzen jüdischen Gesetzes die Menschenliebe hervor und umschrieb durch jenen erhabenen Ausspruch

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