Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 23 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 346 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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346 Nun endlich, wenn auch erst im höchsten Greisenalter, war dem Jakob ein ruhiges Leben beschieden; noch 17 Jahre lebte er in Ägypten. und Joses suchte ihn nach Kräften zur erfreuen. Dann aber fühlte er das Ende feines Lebens nahe und traf seine letzten Anordnungen. Bor allem bat er bcn Josef, ihn nicht in Ägypten zu begraben, sondern in der Höhle Machpela, bei fernen Eltern und Großeltern, also in dem ihm bon Gott berheißenen Lande Kanaan. Dann nahm er Josefs Söhne Ephraim und Manasse an Kindesstatt mr, derart, daß sie mit Jakobs Söhnen erben und bei der Verteilung des Landes Kanaan jeder einen Anteil bekommen sollten. So fielen auf Josef zwei Anteile. Durch diese Bestimmung lvollte ^akob seine Lieblingsfrau Rahel noch im Grabe ehren. Denn zwei Erbteile bekam sonst nur der Erstgeborene. Was also eigentlich dem Rüben, dem Erstgeborenen der Lea zukam, geht ans Josef, den Erstgeborenen der Rahel, über. Denn Rüben hatte sich dessen unwürdig gezeigt. Und während Jakob an seinen Söhnen mancherlei zu tadeln hatte, besonders an den drei ältesten, fand er in Joses und dessen Söhnen so sehr das Wesen der Patriarchen wieder, das; er den Segen, den Gott diesen gegeben, auch ihnen giebt und hinznfügt, das; fortmi in Israel gesegnet werden solle mit ben Worten: „Gott mache dich wie Ephraim und wie Manasse!" Nun erst berief Jakob auch feilte übrigen Söhne an sein Lager und verkündigte ihnen, wenn auch nur in allgemeinen Umrissen, wie sich die Geschichte und das Leben der einzelnen Stämme nach der Eroberung Kanaans gestalten werde. Dem Inda weist er jetzt schon, wegen seines edlen Mutes, die Führerschaft zu; wie denn auch der Stamm Juda schon in den Wüstenwandernngen allen Stämmen voranzog. Diese Verkündigung in aber keine eigentliche Prophezeiung,, sondern giebt nur an, welche Stellung jedervon seinen Söhnen nach seinem Charakter verdienen und welche Rolle er in ihren Nachkommen deshalb in Israel vermute und wünsche. Denn nicht alles in später in Erfüllung gegangen, was I. seinen Söhnen verkündete. Nachdem Jakob auch seinen übrigen Söhnen aufgetragen, ihn in Kanaan zu begraben, starb er, wie er gelebt hatte, in dem festen Glauben an die einstige Eroberung dieses Landes. Es wurde eine 70 tägige Trauer um ihn abgehalten, seine Leiche nach ägvpt. Sitte einbalsnmiert und dann von Josef und seinen Brüdern nach Kanaan gebracht. Alle hohen Hof- und Staatsbeamten gingen bis an die Grenze Kanaans mit, um dem Vater ihres Wohlthäters die letzte Ehre zu erweisen. Dann kehrten sie heim, während die Israeliten ihren Vater in der Höhle Machpela bestatteten.