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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 23 (1898) · p. Seite 345

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
23 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 345 (sequence 11)
Language
German
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345 ihm vorausgesagten Jahre der Hungersnot nicht nur in Ägypten, sondern auch in den angrenzenden Ländern, also auch in Kanaan, hereinbrachen, hatte man in Ägypten, dank der weisen Fürsorge Josefs, Getreide genug, um nicht hungern zu müssen. Auch Jakob, der davon gehört hatte, sandte alsbald seine Söhne dahin, um Getreide einzukaufen. Josef erkannte seine Brüder sogleich und fuhr sie hart an, um sie zu prüfen. Aber nachdem er erkannt hatte, daß sie sich in den mehr als 20 Jahren völlig geändert hatten, gab er sich ihnen gerührt zu erkennen. Dann sandte er sie reich beschenkt heim, um in seinem und des Pharao Namen ihren Vater und ihre Familien nach Ägypten zu holen, um sie der Hungersnot zu entreißen. Aber der gebeugte Vater schenkte der wunderbaren Botschaft keinen Glauben. Erst als er alle Worte Josefs hörte, namentlich aber die Geschenke und die berühmten zweirädrigen ägyptischen Wagen sah, die für ihn und die Familien bestimmt waren, da kam neues Leben in ihn: „Genug!" rief er ans, „mein Sohn Josef lebt noch! Ich will hingehen und ihn sehen, bevor ich sterbe!" So machte er sich mit'all den Seinigen auf nach Ägypten. Es waren 67 Personen; mit Josef und seinen beiden Söhnen also 70 Israeliten. Als Jakob nach Berseba, also an die Grenze Kanaans gekommen war, wo Abraham und Isaak gewohnt hatten, opferte er Schlachtopser dem Gotte seines Vaters Isaak. Es mochte ihm schwer werden, das seinen Nachkommen versprochene Land zu verlassen. Aber Gott erschien ihm in der Nacht und ermutigte ihn, nach Ägypten zu ziehen: er wollte ihn dort zu einem zahlreichen Volke macheil und dieses wieder nach Kanaan zurückführen. So zog Jakob gestärkt weiter. Er sandte aber den Juda voraus, um von Josef die näheren Bestimmungen über die Landschaft Gosen zu erhalten, in der sie wohnen sollten, und sie dann dorthin zu geleiteil. Auch Josef fuhr seinem Vater nach Gosen entgegen. Welch ein Wiedersehen! Der königlich geschmückte Josef sprang von seinem prächtigen Wagen, fiel seinem Vater um den Hals und konnte sich gar nicht satt weilien. Jakob aber rief überglücklich aus: „Nun will ich gern sterben, nachdem ich dein Angesicht gesehen habe, da dli noch lebst!" Nachdem dann Joses fünf seiner Brüder dem Pharao vorgestellt ulid dieser ihnell die Landschaft Gosen zugewiesen hatte, die für ihre Heerden am geeignetsten war, stellte er den: Könige auch seinen Vater vor. Bei seinem Eintritt segnete Jakob den König, und dieser fragte ihn unter anderem nach seinem Alter. Jakob antwortete: „Der Tage meiner Wallfahrt sind 130 Jahre; wenig und böse waren die Tage meines Lebeiis; sie haben die Lebenstage meiner Väter und die Zeit ihrer Wallfahrt nicht erreicht." War doch Abraham 175 und Isaak 180 Jahre alt gelvorden, und keiner hatte soviel Not und Jammer erfahren wie Jakob. Mit einem abermaligen Segen schied der ehrwürdige Greis^vom Pharao.

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