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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 23 (1898) · p. Seite 344

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
23 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 344 (sequence 10)
Language
German
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V — 344 — Biblische Lebensbilder. l>ott Dr. 25. Kuttncr in Frankfurt a. M. ö. Jakob. (Schluß., Reich all Killdern (12 Söhne lind eine Tochter) und reich an Besitztnm aller Art, aber auch an Erfahrungen, und durch die vieleil Mühen und Üin* den geläutert und veredelt, kehrte Jakob endlich auch wieder zu seinem Vater Isaak im Haine Mamre bei Hebroil heim, um fortan bei ihm zu bleiben. Manches Jahr lebte er nun noch mit ihm, bis dieser, 180 Jahre alt, starb: Rebekka war scholl vorher gestorben. Null eilte auch Esau herbei, beide Brüder begruben ihren Vater in der Höhle Machpela, nahlnen fremldschaftlich von einander Abschied, und dann trat Jakob die Erbschaft seines Vaters Isaak an. Nun erst ist Jakob ein Patriarch; aber Ruhe und Frieden in häuslichem Glücke sind ihm auch jetzt noch nicht dauernd beschieden, und gerade sein liebster Sohn wird für ihn die Quelle vielen Kurnmers. Wie Jakob Rahel viel mehr liebte, als Lea, so zog er auch Rahels Sohn alleil feinen Söhnen vor, und all Belljamin hing er vollends mit ganzer Seele. Mochte llml Josef durch seine Klugheit, Rechtschaffenheit und Liebenswürdigkeit mit Recht von seinem Vater geliebt werden, so wollten die Brüder das doch nicht eilt* söhen, sondern wurden neidisch, daim zornig, mld endlich hatzteil sie ihn so sehr, datz sie kein freundliches Wort mehr mit ihm redeten. Als sie sich mm einst mit den Herden voll Hebron bis nach Sicheln entfernt hatten, sandte der besorgte Vater den Joses aus, sie aufzllsuchen und sich nach ihren: und der Herden Wohlergeheir zu erkundigen. Aber die Brüder verkauftell ihn an ismaelitische Kausleute, tauchten seinen schönen Rock, ein Geschenk Jakobs, über das sie sich ganz besonders geärgert hatten, in Ziegenblut und fanbten ihn den Vater. Dieser erkannte sofort den Rock Josefs und rief in wildem Schmerze aus: „Der Rock meines Sohnes! Ein wildes Tier hat ihm gefressen! Zerrissen ist Josef!" Er zerritz seine Kleider, legte Trauer an imö wollte von niemandem Trost annehmen. „Nein", sprach er, „ich lverde trauernd zu meinem Sohne in die Gruft fahreil." Nun fühlten die Söhne wohl Reue, denn sie hatten nicht geglaubt, datz Josefs Tod den Vater so tief erschüttern würde, aber es war zu spät. Mehr als 20 Jahre trauerte Jakob um Joses; er wandte liun seine ganze Liebe bent Benjamin, dem noch allein übrigen Sohne der Rahel, zu. Aber diesmal zürnten die Brüder nicht mehr, denn der Kummer des greifen Vaters hatte allmählich ihren harten Sinn geändert, sonderir übten auch ihrerseits Liebe ulld Treue gegen den jüngsten Bruder. Inzwischen gelangte Josef nach Ägypten und nach mancherlei Trübsal zlt hohen Ehren und wurde der Nächste nach dem König. Und als die von

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